Ein MDE-Gerät (mobile Datenerfassung) ist ein robuster Handcomputer, der Daten dort aufnimmt, wo die Ware liegt — per Barcode-Scanner, RFID-Leser oder Tastatur — und sie an das Warenwirtschafts- oder Kassensystem übergibt. Diese Seite erklärt die Bauformen, die Preise mit Quelle und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.
MDE steht für mobile Datenerfassung. Ein MDE-Gerät ist ein tragbarer, robuster Computer mit Scanner, Display und Funkverbindung, der Bestands- und Bewegungsdaten direkt am Regal aufnimmt und an das dahinterliegende System übergibt — statt sie erst auf Papier zu schreiben und später abzutippen.
Der Begriff stammt aus Lager und Logistik und ist dort seit Jahrzehnten üblich. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Die Erfassung wandert an den Ort, an dem die Ware liegt. Statt Zählzettel, Abtippen und Tippfehler entsteht der Datensatz genau dort, wo er anfällt.
Ein MDE-Gerät besteht aus fünf Teilen:
Die Abgrenzung zum Smartphone liegt nicht in der Rechenleistung, sondern in Gehäuse, Erfassungseinheit, Akku und Verwaltbarkeit. Dazu weiter unten mehr.
Wareneingang, Inventur, Kommissionierung, Umlagerung, Preisauszeichnung und Warenausgang. Im Einzelhandel sind Inventur und Wareneingang die beiden Anwendungen, die den Kauf tragen.
| Aufgabe | Was das Gerät dabei tut | Wo |
|---|---|---|
| Wareneingang | Lieferung gegen Lieferschein prüfen, Bestand hochbuchen | Handel, Lager |
| Inventur | Bestand aufnehmen, gegen den Sollbestand abgleichen | Handel, Lager |
| Kommissionierung | Pickliste abarbeiten, Entnahme quittieren | Lager, Versand |
| Umlagerung | Ware von Fläche zu Lager oder zwischen Filialen buchen | Handel, Lager |
| Preisauszeichnung | Artikel aufrufen, Etikett drucken, Preis ändern | Handel |
| Bestandsabfrage | am Regal nachsehen, was verfügbar ist und wo | Handel |
Für einen Modeladen ist die Liste kürzer als für ein Lager — und genau deshalb lohnt es sich, nicht das Lagergerät zu kaufen. Ein Staplerterminal und ein Gerät mit Pistolengriff für den Dauereinsatz in einer Halle lösen Probleme, die eine Boutique nicht hat.
Fünf Bauformen sind im Handel gebräuchlich: das integrierte Handheld, das Handheld mit Pistolengriff, das Aufsteckmodul (Sled) für ein vorhandenes Gerät, der Smartphone-Formfaktor und der stationäre Kassenscanner. Sie unterscheiden sich vor allem in Reichweite, Gewicht und darin, wie viele Geräte man am Ende laden muss.
| Bauform | Stärke | Schwäche | Typisch für |
|---|---|---|---|
| Integriertes Handheld | ein Gerät, ein Akku, eine Ladeschale | in der Anschaffung teurer | Laden mit einer Fläche |
| Handheld mit Pistolengriff | ermüdungsarm bei tausenden Auslösungen | sperrig, auffällig im Verkaufsraum | Lager, große Flächen |
| Aufsteckmodul (Sled) | größte Reichweite, nutzt vorhandenes Gerät | zwei Akkus, zwei Ladeschalen, passender Adapter | wer schon ein Handheld hat |
| Smartphone-Formfaktor | unauffällig, leicht, auch am Kunden einsetzbar | kurze RFID-Reichweite | Beratung, Bestandsabfrage |
| Kassenscanner | fest an der Kasse, schnelle Einzelerfassung | bewusst kurze Reichweite, nicht mobil | Kassenplatz |
Die kurze Reichweite des Kassenscanners ist kein Mangel, sondern Absicht: An der Kasse soll nicht die Ware im Nebenregal mitgelesen werden. Alle fünf Bauformen mit konkreten Geräten, Messwerten und Quellen stehen in der Hardware-Übersicht.
Barcode braucht Sichtkontakt und eine Hand pro Teil. RFID liest durch die Luft, auch durch Stapel und Kartons, und schafft rund 700 Teile pro Minute. Für Wareneingang und Einzelabfragen reicht Barcode; für eine vollständige Inventur entscheidet RFID über Stunden oder Tage.
| Barcode | RFID (UHF) | |
|---|---|---|
| Sichtkontakt nötig | ja | nein |
| Teil anfassen | ja | nein |
| Erfassung | einzeln | viele gleichzeitig |
| Tempo Inventur | einige hundert Teile pro Stunde | rund 700 Teile pro Minute |
| Kosten je Etikett | Druckkosten | rund 12 Cent |
| Gerätepreis | niedriger | 659 bis 1.295 € netto |
Viele Geräte können beides — ein RFID-Handheld hat in der Regel zusätzlich einen Barcode-Scanner. Das ist kein Luxus, sondern nötig: Beim Auszeichnen wird der vorhandene Barcode gescannt und mit dem neuen RFID-Etikett verknüpft. Wie das abläuft, steht auf der Seite RFID-Inventur.
Belastbare Listenpreise reiner Barcode-Handhelds führen wir hier nicht auf, weil wir sie nicht selbst geprüft haben. Sie liegen unter den oben genannten Werten.
Android, praktisch ausnahmslos. Die früher verbreiteten Windows-Geräte sind abgekündigt: Der Support für Windows Embedded Handheld 6.5 endete am 14. Januar 2020. Wer heute ein Gerät mit Windows angeboten bekommt, kauft Altbestand ohne Sicherheitsaktualisierungen.
Das ist beim Gebrauchtkauf die wichtigste Prüffrage. Geräte mit Windows Embedded Handheld oder Windows CE sind im Markt noch reichlich vorhanden und wirken günstig. Sie bekommen keine Sicherheitsaktualisierungen mehr, und aktuelle Anwendungen laufen darauf nicht.
Bei Android ist die Frage nicht, ob, sondern wie lange. Lassen Sie sich vor dem Kauf schriftlich geben, bis zu welcher Android-Version das Gerät Aktualisierungen bekommt. Genau hier liegt der praktische Unterschied zwischen Marken- und Direktimportware — nicht im Funkmodul.
Die RFID-fähigen Geräte in unserer Übersicht liegen zwischen 659 und 1.295 Euro netto. Ein Aufsteckmodul für ein vorhandenes Handheld beginnt bei 839 Euro netto, ein integriertes Handheld mit großer Reichweite kostet rund 1.000 bis 1.300 Euro netto.
| Gerät | Bauform | Reichweite | Schutzart | Preis netto |
|---|---|---|---|---|
| Chainway R6 | Sled fürs eigene Smartphone | 30 m | IP54 | 659 € |
| Zebra TC201 | Mobilcomputer, RFID optional | 1,2 m | IP65/IP68 | 649–881 € |
| Zebra EM45 RFID | Smartphone-Formfaktor | 1,2 m | IP68/IP65 | 789 € |
| Zebra RFD40 | Sled, braucht Wirtsgerät | 6+ m | IP54 | ab 839 € |
| Chainway C72 | Handheld mit Pistolengriff | 26–30 m | IP65 | 942 € |
| Chainway C5 | Handheld, 6-Zoll-Display | 30–33 m | IP65 | 992 € |
| Bluebird RFR901 | Sled, braucht Wirtsgerät | 10+ m | IP54 | 1.239,15 € |
| Zebra TC22R | Integriertes Handheld | 12,2 m | IP65 | 1.295 € |
Die Reichweiten sind Herstellerangaben unter Laborbedingungen und werden im Laden nicht erreicht — in einem vollen Modeladen zählt ohnehin die Leserate, nicht die maximale Entfernung. Jede Zahl, ihre Quelle und ihr Stand stehen auf der jeweiligen Geräteseite in der Hardware-Übersicht.
Zum Gerätepreis kommen Posten, die gern vergessen werden: Ladeschale, Ersatzakku, Schutzhülle, Handschlaufe und — bei Aufsteckmodulen — ein zweites Ladegerät für das Wirtsgerät.
einmalig für RFID-Drucker und Handheldeingerichtet geliefert, netto
pro Monat und Standort für die Softwaremonatlich kündbar
je RFID-Etikett nach VerbrauchNachlieferung nach Bedarf
Stand August 2026. Sie können die Hardware auch woanders kaufen — die Geräteseiten nennen Preise mit Quelle, damit Sie vergleichen können.
Bei RFID zwingend. US-Geräte arbeiten im Band 902 bis 928 MHz und dürfen in Deutschland nicht betrieben werden; hier gilt 865 bis 868 MHz nach ETSI EN 302 208.
Wie viele Etiketten pro Sekunde, nicht wie viele Meter. In einem vollen Laden zählt, wie schnell das Gerät einen Ständer abräumt.
Wer zwei Stunden durch den Laden geht, merkt jedes Gramm. Ein Pistolengriff hilft im Lager und stört im Verkaufsraum.
Ein Ersatzakku und eine Ladeschale gehören zur Grundausstattung, nicht zum Zubehör.
IP54 genügt im Laden, IP65 ist angenehmer. Wichtiger als die Zahl ist, ob das Gerät einen Sturz vom Kassentresen übersteht.
Schriftlich zusichern lassen, bis wann. Danach richtet sich, wie lange das Gerät nutzbar bleibt.
Wer haftet, wenn das Gerät nach zwei Jahren ausfällt, und wie lange dauert der Austausch? Beim Direktimport ist das die eigentliche Frage.
Vom Händler geben lassen und ablegen. Für UHF-RFID im Band 865 bis 868 MHz gilt in Deutschland eine Allgemeinzuteilung — anmelden müssen Sie nichts.
Für Barcode ja — moderne Smartphones erkennen Barcodes zuverlässig über die Kamera. Für UHF-RFID nein: Nahezu kein Smartphone hat einen UHF-Leser eingebaut. Das NFC-Modul arbeitet auf einer anderen Frequenz, reicht wenige Zentimeter weit und liest immer nur ein Etikett.
Wer RFID mit einem vorhandenen Smartphone nutzen will, braucht ein Aufsteckmodul. Der Chainway R6 ist dafür gebaut und liegt bei 659 Euro netto — das ist der günstigste Einstieg in unserer Übersicht, kostet aber zwei Geräte, zwei Akkus und einen Adapter, der zum Telefon passen muss.
Gegen das private Telefon spricht außerdem der Alltag: Es ist nicht gegen Stürze gebaut, der Akku hält keinen vollen Durchgang, und wenn die Mitarbeiterin frei hat, ist auch das Gerät weg. Mehr dazu auf der Seite Inventur-App.
Die meisten MDE-Kaufberatungen sind für das Lager geschrieben. In einer Boutique gelten andere Prioritäten:
Deshalb führt der bequemste Weg in einem Ein-Laden-Betrieb meist über ein integriertes Handheld: ein Gerät, ein Akku, eine Ladeschale. Wer bereits ein passendes Handheld besitzt, kauft nur das Aufsteckmodul dazu.
Mietangebote gibt es im deutschen Markt vor allem für Barcode-MDE-Geräte; für RFID-Handhelds ist das Angebot dünn. Wer nur einmal im Jahr zählt, fährt mit Miete günstiger — wer laufend korrekte Bestände will, braucht das Gerät ohnehin dauerhaft.
Bei RFID kommt ein Punkt dazu, der die Rechnung verändert: Ein gemietetes Handheld hilft nicht, wenn kein Etikett am Teil hängt. Der einmalige Aufwand liegt im Auszeichnen des Altbestands, nicht im Gerät. Ist die Ware erst getaggt, kostet jeder weitere Durchgang fast nichts mehr — und dann wäre es widersinnig, das Lesegerät nur einmal im Jahr zu mieten.
MDE steht für mobile Datenerfassung. Ein MDE-Gerät ist ein tragbarer, robuster Computer mit Scanner und Funkverbindung, der Daten direkt dort aufnimmt, wo die Ware liegt, und an das Warenwirtschafts- oder Kassensystem übergibt. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen mobiler Datenerfasser, Handheld und Mobilcomputer.
Die RFID-fähigen Geräte in unserer Übersicht liegen zwischen 659 und 1.295 Euro netto. Ein Aufsteckmodul für ein vorhandenes Handheld beginnt bei 839 Euro netto. Reine Barcode-Geräte liegen darunter. Dazu kommen Ladeschale, Ersatzakku und Schutzhülle.
Ein Handscanner erfasst nur und gibt die Nummer an ein angeschlossenes Gerät weiter. Ein MDE-Gerät ist ein eigenständiger Computer: Es hat Display, Betriebssystem, Speicher und Funk, läuft also auch ohne angeschlossenen Rechner und kann offline weiterarbeiten.
Android. Der Support für Windows Embedded Handheld 6.5 endete am 14. Januar 2020, Windows CE ist ebenfalls abgekündigt. Geräte mit diesen Systemen bekommen keine Sicherheitsaktualisierungen mehr.
Ja, und das ist bei RFID-Geräten die Regel. Der Barcode-Scanner wird gebraucht, um beim Auszeichnen den vorhandenen Barcode mit dem neuen RFID-Etikett zu verknüpfen.
Nein. Für UHF-RFID im Band 865 bis 868 MHz gilt in Deutschland eine Allgemeinzuteilung. Sie müssen nichts anmelden, solange das Gerät der Norm entspricht und CE-Kennzeichnung sowie EU-Konformitätserklärung vorliegen. Lassen Sie sich die Erklärung vom Händler geben.
Mit Barcode einige hundert Teile pro Stunde, weil jedes Teil angefasst und das Etikett gesucht werden muss. Mit RFID rund 700 Teile pro Minute, weil das Gerät durch die Luft liest. Ein Laden mit 4.000 Teilen ist damit in ein bis zwei Stunden gezählt.
Das Gerät spricht nicht selbst mit der Kasse — das macht die Software dazwischen. HANGCOUNT übergibt den gezählten Bestand per CSV oder Excel an das vorhandene Kassensystem, das unverändert bleibt. Eine Programmierschnittstelle ist dafür nicht nötig.
Schicken Sie uns Ihre ungefähre Teilezahl und was Sie heute schon im Einsatz haben. Wir sagen Ihnen, welche Bauform passt — auch dann, wenn Sie die Hardware woanders kaufen.