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MDE-Gerät: Bauformen, Preise, Auswahl.

Ein MDE-Gerät (mobile Datenerfassung) ist ein robuster Handcomputer, der Daten dort aufnimmt, wo die Ware liegt — per Barcode-Scanner, RFID-Leser oder Tastatur — und sie an das Warenwirtschafts- oder Kassensystem übergibt. Diese Seite erklärt die Bauformen, die Preise mit Quelle und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.

Das Wichtigste in Zahlen
Abkürzung
MDE = mobile Datenerfassung; auch mobiler Datenerfasser, Handheld, Mobilcomputer
Bauformen
integriertes Handheld, Handheld mit Pistolengriff, Aufsteckmodul (Sled), Smartphone-Formfaktor, Kassenscanner
Betriebssystem
heute praktisch durchgängig Android
Preis netto
659 bis 1.295 € für die RFID-fähigen Geräte in unserer Übersicht
Schutzart
IP54 bis IP68, Fallhöhe je nach Gerät
Im Modeladen
entscheidend sind Leserate, Gewicht und eine Hand, die frei bleibt
Definition

Was ist ein MDE-Gerät?

Kurze Antwort

MDE steht für mobile Datenerfassung. Ein MDE-Gerät ist ein tragbarer, robuster Computer mit Scanner, Display und Funkverbindung, der Bestands- und Bewegungsdaten direkt am Regal aufnimmt und an das dahinterliegende System übergibt — statt sie erst auf Papier zu schreiben und später abzutippen.

Der Begriff stammt aus Lager und Logistik und ist dort seit Jahrzehnten üblich. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Die Erfassung wandert an den Ort, an dem die Ware liegt. Statt Zählzettel, Abtippen und Tippfehler entsteht der Datensatz genau dort, wo er anfällt.

Ein MDE-Gerät besteht aus fünf Teilen:

Die Abgrenzung zum Smartphone liegt nicht in der Rechenleistung, sondern in Gehäuse, Erfassungseinheit, Akku und Verwaltbarkeit. Dazu weiter unten mehr.

Einsatz

Wofür wird ein MDE-Gerät eingesetzt?

Kurze Antwort

Wareneingang, Inventur, Kommissionierung, Umlagerung, Preisauszeichnung und Warenausgang. Im Einzelhandel sind Inventur und Wareneingang die beiden Anwendungen, die den Kauf tragen.

AufgabeWas das Gerät dabei tutWo
WareneingangLieferung gegen Lieferschein prüfen, Bestand hochbuchenHandel, Lager
InventurBestand aufnehmen, gegen den Sollbestand abgleichenHandel, Lager
KommissionierungPickliste abarbeiten, Entnahme quittierenLager, Versand
UmlagerungWare von Fläche zu Lager oder zwischen Filialen buchenHandel, Lager
PreisauszeichnungArtikel aufrufen, Etikett drucken, Preis ändernHandel
Bestandsabfrageam Regal nachsehen, was verfügbar ist und woHandel

Für einen Modeladen ist die Liste kürzer als für ein Lager — und genau deshalb lohnt es sich, nicht das Lagergerät zu kaufen. Ein Staplerterminal und ein Gerät mit Pistolengriff für den Dauereinsatz in einer Halle lösen Probleme, die eine Boutique nicht hat.

Bauformen

Welche Bauformen von MDE-Geräten gibt es?

Kurze Antwort

Fünf Bauformen sind im Handel gebräuchlich: das integrierte Handheld, das Handheld mit Pistolengriff, das Aufsteckmodul (Sled) für ein vorhandenes Gerät, der Smartphone-Formfaktor und der stationäre Kassenscanner. Sie unterscheiden sich vor allem in Reichweite, Gewicht und darin, wie viele Geräte man am Ende laden muss.

BauformStärkeSchwächeTypisch für
Integriertes Handheldein Gerät, ein Akku, eine Ladeschalein der Anschaffung teurerLaden mit einer Fläche
Handheld mit Pistolengriffermüdungsarm bei tausenden Auslösungensperrig, auffällig im VerkaufsraumLager, große Flächen
Aufsteckmodul (Sled)größte Reichweite, nutzt vorhandenes Gerätzwei Akkus, zwei Ladeschalen, passender Adapterwer schon ein Handheld hat
Smartphone-Formfaktorunauffällig, leicht, auch am Kunden einsetzbarkurze RFID-ReichweiteBeratung, Bestandsabfrage
Kassenscannerfest an der Kasse, schnelle Einzelerfassungbewusst kurze Reichweite, nicht mobilKassenplatz

Die kurze Reichweite des Kassenscanners ist kein Mangel, sondern Absicht: An der Kasse soll nicht die Ware im Nebenregal mitgelesen werden. Alle fünf Bauformen mit konkreten Geräten, Messwerten und Quellen stehen in der Hardware-Übersicht.

Erfassung

Barcode oder RFID: was braucht mein MDE-Gerät?

Kurze Antwort

Barcode braucht Sichtkontakt und eine Hand pro Teil. RFID liest durch die Luft, auch durch Stapel und Kartons, und schafft rund 700 Teile pro Minute. Für Wareneingang und Einzelabfragen reicht Barcode; für eine vollständige Inventur entscheidet RFID über Stunden oder Tage.

BarcodeRFID (UHF)
Sichtkontakt nötigjanein
Teil anfassenjanein
Erfassungeinzelnviele gleichzeitig
Tempo Inventureinige hundert Teile pro Stunderund 700 Teile pro Minute
Kosten je EtikettDruckkostenrund 12 Cent
Gerätepreisniedriger659 bis 1.295 € netto

Viele Geräte können beides — ein RFID-Handheld hat in der Regel zusätzlich einen Barcode-Scanner. Das ist kein Luxus, sondern nötig: Beim Auszeichnen wird der vorhandene Barcode gescannt und mit dem neuen RFID-Etikett verknüpft. Wie das abläuft, steht auf der Seite RFID-Inventur.

Belastbare Listenpreise reiner Barcode-Handhelds führen wir hier nicht auf, weil wir sie nicht selbst geprüft haben. Sie liegen unter den oben genannten Werten.

Software

Welches Betriebssystem haben MDE-Geräte?

Kurze Antwort

Android, praktisch ausnahmslos. Die früher verbreiteten Windows-Geräte sind abgekündigt: Der Support für Windows Embedded Handheld 6.5 endete am 14. Januar 2020. Wer heute ein Gerät mit Windows angeboten bekommt, kauft Altbestand ohne Sicherheitsaktualisierungen.

Das ist beim Gebrauchtkauf die wichtigste Prüffrage. Geräte mit Windows Embedded Handheld oder Windows CE sind im Markt noch reichlich vorhanden und wirken günstig. Sie bekommen keine Sicherheitsaktualisierungen mehr, und aktuelle Anwendungen laufen darauf nicht.

Bei Android ist die Frage nicht, ob, sondern wie lange. Lassen Sie sich vor dem Kauf schriftlich geben, bis zu welcher Android-Version das Gerät Aktualisierungen bekommt. Genau hier liegt der praktische Unterschied zwischen Marken- und Direktimportware — nicht im Funkmodul.

Preise

Was kostet ein MDE-Gerät?

Kurze Antwort

Die RFID-fähigen Geräte in unserer Übersicht liegen zwischen 659 und 1.295 Euro netto. Ein Aufsteckmodul für ein vorhandenes Handheld beginnt bei 839 Euro netto, ein integriertes Handheld mit großer Reichweite kostet rund 1.000 bis 1.300 Euro netto.

GerätBauformReichweiteSchutzartPreis netto
Chainway R6Sled fürs eigene Smartphone30 mIP54659 €
Zebra TC201Mobilcomputer, RFID optional1,2 mIP65/IP68649–881 €
Zebra EM45 RFIDSmartphone-Formfaktor1,2 mIP68/IP65789 €
Zebra RFD40Sled, braucht Wirtsgerät6+ mIP54ab 839 €
Chainway C72Handheld mit Pistolengriff26–30 mIP65942 €
Chainway C5Handheld, 6-Zoll-Display30–33 mIP65992 €
Bluebird RFR901Sled, braucht Wirtsgerät10+ mIP541.239,15 €
Zebra TC22RIntegriertes Handheld12,2 mIP651.295 €

Die Reichweiten sind Herstellerangaben unter Laborbedingungen und werden im Laden nicht erreicht — in einem vollen Modeladen zählt ohnehin die Leserate, nicht die maximale Entfernung. Jede Zahl, ihre Quelle und ihr Stand stehen auf der jeweiligen Geräteseite in der Hardware-Übersicht.

Zum Gerätepreis kommen Posten, die gern vergessen werden: Ladeschale, Ersatzakku, Schutzhülle, Handschlaufe und — bei Aufsteckmodulen — ein zweites Ladegerät für das Wirtsgerät.

Bei HANGCOUNT im Paket

2.900 €

einmalig für RFID-Drucker und Handheldeingerichtet geliefert, netto

99 €

pro Monat und Standort für die Softwaremonatlich kündbar

~12 ct

je RFID-Etikett nach VerbrauchNachlieferung nach Bedarf

Stand August 2026. Sie können die Hardware auch woanders kaufen — die Geräteseiten nennen Preise mit Quelle, damit Sie vergleichen können.

Auswahl

Worauf sollte man beim Kauf achten?

1

Europäische Ausführung

Bei RFID zwingend. US-Geräte arbeiten im Band 902 bis 928 MHz und dürfen in Deutschland nicht betrieben werden; hier gilt 865 bis 868 MHz nach ETSI EN 302 208.

2

Leserate statt Reichweite

Wie viele Etiketten pro Sekunde, nicht wie viele Meter. In einem vollen Laden zählt, wie schnell das Gerät einen Ständer abräumt.

3

Gewicht und Griff

Wer zwei Stunden durch den Laden geht, merkt jedes Gramm. Ein Pistolengriff hilft im Lager und stört im Verkaufsraum.

4

Akku für einen ganzen Durchgang

Ein Ersatzakku und eine Ladeschale gehören zur Grundausstattung, nicht zum Zubehör.

5

Schutzart und Fallhöhe

IP54 genügt im Laden, IP65 ist angenehmer. Wichtiger als die Zahl ist, ob das Gerät einen Sturz vom Kassentresen übersteht.

6

Android-Aktualisierungen

Schriftlich zusichern lassen, bis wann. Danach richtet sich, wie lange das Gerät nutzbar bleibt.

7

Service und Ersatzteile

Wer haftet, wenn das Gerät nach zwei Jahren ausfällt, und wie lange dauert der Austausch? Beim Direktimport ist das die eigentliche Frage.

8

CE und Konformitätserklärung

Vom Händler geben lassen und ablegen. Für UHF-RFID im Band 865 bis 868 MHz gilt in Deutschland eine Allgemeinzuteilung — anmelden müssen Sie nichts.

Abgrenzung

Reicht ein Smartphone als MDE-Gerät?

Kurze Antwort

Für Barcode ja — moderne Smartphones erkennen Barcodes zuverlässig über die Kamera. Für UHF-RFID nein: Nahezu kein Smartphone hat einen UHF-Leser eingebaut. Das NFC-Modul arbeitet auf einer anderen Frequenz, reicht wenige Zentimeter weit und liest immer nur ein Etikett.

Wer RFID mit einem vorhandenen Smartphone nutzen will, braucht ein Aufsteckmodul. Der Chainway R6 ist dafür gebaut und liegt bei 659 Euro netto — das ist der günstigste Einstieg in unserer Übersicht, kostet aber zwei Geräte, zwei Akkus und einen Adapter, der zum Telefon passen muss.

Gegen das private Telefon spricht außerdem der Alltag: Es ist nicht gegen Stürze gebaut, der Akku hält keinen vollen Durchgang, und wenn die Mitarbeiterin frei hat, ist auch das Gerät weg. Mehr dazu auf der Seite Inventur-App.

Modehandel

Was zählt im Modehandel?

Die meisten MDE-Kaufberatungen sind für das Lager geschrieben. In einer Boutique gelten andere Prioritäten:

Deshalb führt der bequemste Weg in einem Ein-Laden-Betrieb meist über ein integriertes Handheld: ein Gerät, ein Akku, eine Ladeschale. Wer bereits ein passendes Handheld besitzt, kauft nur das Aufsteckmodul dazu.

Beschaffung

Mieten oder kaufen?

Kurze Antwort

Mietangebote gibt es im deutschen Markt vor allem für Barcode-MDE-Geräte; für RFID-Handhelds ist das Angebot dünn. Wer nur einmal im Jahr zählt, fährt mit Miete günstiger — wer laufend korrekte Bestände will, braucht das Gerät ohnehin dauerhaft.

Bei RFID kommt ein Punkt dazu, der die Rechnung verändert: Ein gemietetes Handheld hilft nicht, wenn kein Etikett am Teil hängt. Der einmalige Aufwand liegt im Auszeichnen des Altbestands, nicht im Gerät. Ist die Ware erst getaggt, kostet jeder weitere Durchgang fast nichts mehr — und dann wäre es widersinnig, das Lesegerät nur einmal im Jahr zu mieten.

Fragen

Häufige Fragen zu MDE-Geräten

Was bedeutet MDE?

MDE steht für mobile Datenerfassung. Ein MDE-Gerät ist ein tragbarer, robuster Computer mit Scanner und Funkverbindung, der Daten direkt dort aufnimmt, wo die Ware liegt, und an das Warenwirtschafts- oder Kassensystem übergibt. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen mobiler Datenerfasser, Handheld und Mobilcomputer.

Was kostet ein MDE-Gerät?

Die RFID-fähigen Geräte in unserer Übersicht liegen zwischen 659 und 1.295 Euro netto. Ein Aufsteckmodul für ein vorhandenes Handheld beginnt bei 839 Euro netto. Reine Barcode-Geräte liegen darunter. Dazu kommen Ladeschale, Ersatzakku und Schutzhülle.

Was ist der Unterschied zwischen MDE-Gerät und Handscanner?

Ein Handscanner erfasst nur und gibt die Nummer an ein angeschlossenes Gerät weiter. Ein MDE-Gerät ist ein eigenständiger Computer: Es hat Display, Betriebssystem, Speicher und Funk, läuft also auch ohne angeschlossenen Rechner und kann offline weiterarbeiten.

Welches Betriebssystem haben MDE-Geräte heute?

Android. Der Support für Windows Embedded Handheld 6.5 endete am 14. Januar 2020, Windows CE ist ebenfalls abgekündigt. Geräte mit diesen Systemen bekommen keine Sicherheitsaktualisierungen mehr.

Kann ein MDE-Gerät Barcode und RFID gleichzeitig?

Ja, und das ist bei RFID-Geräten die Regel. Der Barcode-Scanner wird gebraucht, um beim Auszeichnen den vorhandenen Barcode mit dem neuen RFID-Etikett zu verknüpfen.

Braucht ein MDE-Gerät eine Genehmigung der Bundesnetzagentur?

Nein. Für UHF-RFID im Band 865 bis 868 MHz gilt in Deutschland eine Allgemeinzuteilung. Sie müssen nichts anmelden, solange das Gerät der Norm entspricht und CE-Kennzeichnung sowie EU-Konformitätserklärung vorliegen. Lassen Sie sich die Erklärung vom Händler geben.

Wie viele Teile schafft ein MDE-Gerät pro Stunde?

Mit Barcode einige hundert Teile pro Stunde, weil jedes Teil angefasst und das Etikett gesucht werden muss. Mit RFID rund 700 Teile pro Minute, weil das Gerät durch die Luft liest. Ein Laden mit 4.000 Teilen ist damit in ein bis zwei Stunden gezählt.

Funktioniert ein MDE-Gerät mit meinem Kassensystem?

Das Gerät spricht nicht selbst mit der Kasse — das macht die Software dazwischen. HANGCOUNT übergibt den gezählten Bestand per CSV oder Excel an das vorhandene Kassensystem, das unverändert bleibt. Eine Programmierschnittstelle ist dafür nicht nötig.

Welches Gerät passt zu Ihrem Laden?

Schicken Sie uns Ihre ungefähre Teilezahl und was Sie heute schon im Einsatz haben. Wir sagen Ihnen, welche Bauform passt — auch dann, wenn Sie die Hardware woanders kaufen.

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