Zebra TC201: starke Plattform, unsichere RFID-Variante
Der TC201 ist Zebras neuer Value-Tier-Mobilcomputer und löst TC22 und TC27 als gemeinsame Plattform ab. Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, IP65 plus IP68, Sturz aus 1,83 Metern, 245 Gramm, ab 648,83 € netto. UHF-RFID ist optional — aber genau daran hängt der Haken: Die RFID-Ausführung ist für Europa erst für Ende 2026 angekündigt, und die kursierenden Kennwerte von rund 1,2 Metern Reichweite und 200+ Tags pro Sekunde stammen ausschließlich aus dem Handel, nicht aus einem offiziellen Zebra-Datenblatt. Diese Seite ordnet ein, was belegt ist, was nicht — und wofür das Gerät im Modeladen reicht.
- Was der TC201 ist – und was nicht
- Modellhistorie: der TC21-RFID, den es nie gab
- RFID-Leistung: 1,2 Meter und was daran unsicher ist
- Technische Daten im Überblick
- Praxis im Modeladen: 4.000 Teile auf 120 m²
- Wofür der TC201 nicht taugt
- Preise, Stand und was zusätzlich anfällt
- Zubehör, Laden und Software
- Alternativen im Vergleich
- EU-Funkzulassung und was CE bedeutet
- Häufige Fragen
- Quellen
Was der TC201 ist – und was er nicht ist
Der Zebra TC201 ist ein robuster Android-Handheld der Einstiegs- und Mittelklasse, den Zebra als Nachfolger von TC22 und TC27 positioniert. Er hat einen Barcode-Scanner, einen 6-Zoll-Touchscreen und wahlweise Mobilfunk. UHF-RFID ist eine Option auf ausgewählten Gerätenummern — kein Serienmerkmal. Für Europa ist diese RFID-Ausführung nach der uns vorliegenden Datenlage erst für Ende 2026 angekündigt.
Wer die TC2x-Serie kennt, kennt die Rolle: ein Gerät für Menschen, die den ganzen Tag Barcodes lesen, Bestellübersichten abrufen und Ware annehmen. Kein Kraftpaket, kein Speziallesegerät, sondern das Arbeitstier für Filialen, Lager und Servicetheken. Der TC201 ist die Neuauflage dieser Rolle auf aktueller Hardware. Zebra nennt bis zu 150 Prozent mehr Leistung gegenüber TC21, TC22, TC26 und TC27 — eine Herstellerangabe, die sich mit dem Wechsel auf den Qualcomm Dragonwing Q-6690 und auf LPDDR5-Speicher deckt.
Bemerkenswert an der Plattform ist weniger die Rechenleistung als der Funkteil. Wi-Fi 7 mit Tri-Band und 2×2 MU-MIMO ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich, Bluetooth 6.0 ebenfalls. Für einen Modeladen ist das kein Verkaufsargument für morgen, sondern eine Frage der Nutzungsdauer: Ein Gerät, das 2026 beschafft wird, soll 2032 noch in einem WLAN funktionieren, das dann anders aussieht als heute. Dazu kommt eine Robustheit, die über dem liegt, was der Preis vermuten lässt: IP65 und IP68 gleichzeitig, Sturz aus 1,83 Metern auf Beton, Betrieb ab −20 °C. Der Wert von −20 °C ist für einen Modeladen irrelevant, für die Warenannahme im Winterhof am offenen Rolltor dagegen nicht.
Und was er nicht ist: Der TC201 ist kein RFID-Inventurgerät im Sinne der Geräte, die sonst in dieser Rubrik stehen. Er hat keinen Pistolengriff mit gerichteter Antenne, keinen dedizierten RFID-Trigger im Grundgerät, und die optionale UHF-Einheit ist auf kurze Distanz ausgelegt. Zebra spricht in den vorliegenden Beschreibungen von „Precision Targeting“ für Einzelartikel. Das ist eine ehrliche Bezeichnung: Es geht um das eine Teil, das man sucht, nicht um den Ständer, den man zählt.
Er ersetzt auch keinen RFID-Drucker. Die Etiketten müssen vorher gedruckt und beschrieben werden; das Handheld liest sie nur. Und er ersetzt keine Bestandssoftware — er liefert Nummern, die ein System gegen einen Soll-Bestand halten muss.
- Bauform
- Value-Tier-Mobilcomputer der TC2x-Serie, Touch-Handheld ohne Pistolengriff
- RFID
- UHF optional, nur ausgewählte SKUs — EU-Variante erst für Ende 2026 angekündigt
- RFID-Reichweite
- rund 1,2 m — Distributorenangabe, nicht offiziell belegt
- Leserate
- 200+ Tags/Sekunde — Distributorenangabe, nicht offiziell belegt
- Prozessor
- Qualcomm Dragonwing Q-6690, bis 2,0 GHz
- Funk
- Wi-Fi 7 (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 6.0, NFC, optional 5G Sub-6
- Robustheit
- IP65 + IP68, Sturz 1,83 m auf Beton, 2,13 m mit Rugged Boot
- Temperatur
- −20 °C bis +50 °C im Betrieb
- Gewicht
- 245 g mit Standardakku, 270 g mit erweitertem Akku
- Preis
- 648,83 € – 881,34 € netto (AutoID Warehouse, Stand 08/2026)
Modellhistorie: der TC21-RFID, den es nie gab
Einen Zebra TC21 mit integriertem UHF-RFID hat es nie gegeben. TC21 und TC26 konnten UHF ausschließlich über ein aufgestecktes Sled, in der Regel das RFD40. Der letzte Einsteiger-Handheld mit wirklich eingebautem UHF-Reader war der TC20 RFID mit Android 7.0, der längst abgekündigt ist. Wer heute ein Einsteigergerät mit Integrat sucht, landet beim TC22R — nicht beim TC201.
Diese Verwechslung kostet in der Praxis Zeit und Geld, deshalb steht sie hier so ausführlich. In Ausschreibungen, Foren und sogar in Händlerlisten taucht immer wieder ein „TC21-RFID“ oder „TC26 RFID“ auf. Gemeint ist damit fast immer die Kombination aus einem TC21 oder TC26 und einem aufgesteckten RFD40-Sled. Das ist eine legitime und in vielen Läden bewährte Lösung — aber es sind zwei Geräte mit zwei Akkus, zwei Ladewegen und einem passenden Adapter. Es ist kein Handheld mit eingebautem RFID.
Der historische Vorgänger mit echtem Integrat war der TC20 RFID, SKU-Familie TC200J-10C213xx. Der lief unter Android 7.0. Ein Gerät mit diesem Betriebssystem lässt sich 2026 nicht mehr verantwortungsvoll in ein Kassen- oder Warenwirtschaftsnetz stellen: keine Sicherheitsupdates, keine aktuellen TLS-Bibliotheken, keine Unterstützung durch moderne Geräteverwaltung. Wer ihn gebraucht angeboten bekommt, sollte das wissen.
Genauso wichtig ist der Lebenszyklus der Zwischengeneration. TC21 und TC26 haben ihr End of Sale am 28.02.2025 erreicht; der Support läuft bis 31.03.2028. Beschaffbar sind sie damit nicht mehr, reparierbar noch eine Weile. Wer heute vor der Frage steht, ob er eine bestehende TC21-Flotte um zwei Geräte ergänzt, hat die Antwort damit schon: Das geht nicht mehr regulär, und eine Flotte auf einer Plattform mit Supportende in gut anderthalb Jahren wird nicht mehr erweitert, sondern abgelöst.
Der TC201 ist genau diese Ablösung — aber für die Barcode-Rolle, nicht automatisch für die RFID-Rolle. Denn eine TC21-plus-RFD40-Kombination löst man nicht durch einen TC201 mit 1,2-Meter-Nahfeld ab, sondern durch einen TC22R oder durch ein neues Sled an einem neuen Mobilcomputer. Das ist der Kern der Verwirrung: Der Nachfolger der Plattform ist nicht der Nachfolger der Funktion.
| Modell | UHF-RFID | Status 08/2026 | Rolle heute |
|---|---|---|---|
| TC20 RFID | integriert | EOL, Android 7.0 | nicht mehr einsetzbar |
| TC21 / TC26 | nur per Sled | End of Sale 28.02.2025, Support bis 31.03.2028 | Bestand pflegen, nicht erweitern |
| TC22 / TC27 | nur per Sled (RFD40 bestätigt) | im Verkauf, wird durch TC201 abgelöst | solide Basis für RFD40 |
| TC22R | integriert | im Verkauf seit Oktober 2025 | Ein-Geräte-Lösung für Inventur |
| TC201 | optional, EU angekündigt für Ende 2026 | Barcode-Varianten lieferbar | Barcode heute, RFID frühestens 2027 |
Lifecycle-Daten zu TC21/TC26 sowie die Zuordnung TC20 RFID nach Modellhistorie: Herstellerangaben und Distributorenangaben, Stand 08/2026. Die Angabe zur EU-Verfügbarkeit der TC201-RFID-Variante ist nicht durch eine offizielle Zebra-Ankündigung mit Datum gedeckt.
RFID-Leistung: 1,2 Meter und was daran unsicher ist
Die kursierenden RFID-Kennwerte des TC201 lauten rund 1,2 Meter Reichweite und über 200 Tags pro Sekunde. Beide Zahlen stammen ausschließlich aus Distributorenquellen. Ein offizielles Zebra-Spec-Sheet mit RFID-Werten für den TC201 war am 26.08.2026 nicht abrufbar. Sendeleistung, die konkreten EU-Frequenzbänder und die unterstützten EPC-Protokolle sind damit nicht verifizierbar.
Das ist keine Kleinigkeit, sondern der wichtigste Satz dieser Seite. Bei jedem anderen Gerät in dieser Rubrik können wir Frequenzbereich und Sendeleistung aus einem Datenblatt zitieren: beim RFD40 865 bis 868 MHz mit 0 bis 30 dBm EIRP, beim TC22R 865 bis 868 MHz mit 1,45 bis 31,45 dBm ERP, beim DS9908R 3 bis 22 dBm. Beim TC201 können wir das nicht. Wir sagen das offen, statt eine plausible Zahl hinzuschreiben.
Was 1,2 Meter praktisch bedeuten
Reichweitenangaben sind grundsätzlich Freifeldwerte: ein Tag, eine Antenne, nichts dazwischen. Im Laden stehen Metallständer, gestapelte Ware, Menschen und feuchte Textilien dazwischen, und der Chip liegt oft zwischen zwei Kleidungsschichten. Aus 6 Metern nominal werden dann 2 bis 5 Meter, mit denen man einen Warenträger aus dem Gang heraus abtasten kann. Aus 1,2 Metern nominal wird eine Distanz, bei der Sie das Gerät durch die Ware führen müssen. Das ist der eigentliche Unterschied, nicht die Leserate.
Kurz gesagt: 200 Tags pro Sekunde klingen wenig gegenüber 1.300 — sind aber nie der Engpass. 4.000 Teile wären bei 200 Tags/s rund 20 Sekunden reine Lesezeit. Der Engpass ist die Reichweite: Bei 1,2 Metern müssen Sie an jedes Warenstück heran, statt einen ganzen Ständer im Vorbeigehen zu erfassen. Das entscheidet über eine oder drei Stunden Inventur.
Ein begründeter Verdacht zur Technik
Der TC201 nutzt den Qualcomm Dragonwing Q-6690. Derselbe Prozessor liegt dem MEFERI ME87 zugrunde, und dessen Hersteller beschreibt eine im Prozessor integrierte UHF-Engine ohne separates Decodiermodul, mit bis zu 200 Tags pro Sekunde und rund 2 Metern Reichweite über eine mitgenutzte Antenne. Die Nähe der Zahlen legt nahe, dass auch beim TC201 eine prozessorintegrierte Engine zum Einsatz kommt statt eines eigenständigen RFID-Moduls. Das ist eine Schlussfolgerung von uns, keine Herstellerangabe. Wir führen sie an, weil sie erklärt, warum die Reichweite so niedrig ausfällt — und weil sie zeigt, in welche Richtung sich diese Geräteklasse entwickelt: RFID als Nebenfunktion des Funkteils, nicht als eigenes Subsystem.
Was Sie vor einer Beschaffung klären müssen
Solange kein Datenblatt vorliegt, sind das die Punkte, die schriftlich vom Distributor kommen sollten: die genaue SKU der RFID-Ausführung für Europa, das Frequenzband, die Sendeleistung in ERP, die unterstützten Protokolle (EPC Class 1 Gen2, Gen2 V2), das Vorhandensein einer EU-Konformitätserklärung nach ETSI EN 302 208, das verfügbare RFID-SDK und ob ein RFID-Trigger oder Pistolengriff angeboten wird. Ohne diese Angaben ist ein Angebot kein Angebot, sondern eine Absichtserklärung.
| RFID-Angabe | Wert | Belegstatus |
|---|---|---|
| Reichweite | rund 1,2 m | Distributorenangabe, kein Zebra-Datenblatt |
| Leserate | 200+ Tags/s | Distributorenangabe, kein Zebra-Datenblatt |
| Betriebsart | Precision Targeting, Einzelartikel | Beschreibung des Handels |
| Frequenzband EU | nicht angegeben | nicht verifizierbar |
| Sendeleistung | nicht angegeben | nicht verifizierbar |
| Protokolle | nicht angegeben | nicht verifizierbar |
| Schreibfähigkeit | nicht angegeben | nicht verifizierbar |
| Verfügbarkeit EU | angekündigt für Ende 2026 | ohne verbindliches Datum |
Technische Daten im Überblick
Die folgenden Werte betreffen die Geräteplattform TC201 und stammen aus Hersteller- und Distributorenangaben, Stand 08/2026. Wo eine Angabe von der Konfiguration abhängt, steht das dabei.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Bauform | Touch-Handheld, TC2x-Serie, Value-Tier; Varianten WLAN-only und 5G/WWAN |
| Display | 6,0" FHD+ (2160 × 1080), 450 nits, Corning Gorilla Glass, Handschuhbedienung |
| Prozessor | Qualcomm Dragonwing Q-6690, bis 2,0 GHz |
| Speicher | 6 GB LPDDR5 / 64 GB UFS 2.2 oder 8 GB LPDDR5 / 128 GB UFS 3.1; microSD bis 2 TB |
| Betriebssystem | Android Enterprise mit Strongbox/Secure Element (ausgewählte Konfigurationen), FIPS 140-3, Common Criteria. Konkrete Android-Version und Support-Enddatum nicht verifizierbar — der TC201 fehlt in Zebras Tabelle der unterstützten Android-Versionen (geprüft am 26.08.2026) |
| Scan-Engine | SR500 (1D/2D Standard), AC670 Advanced Range (bis 30 m), SR560 (regional) |
| Kamera | 16 MP hinten mit Autofokus und LED, 5 MP vorne |
| NFC | vorhanden; Kartenprofile nicht im Detail belegt |
| RFID (optional) | UHF nur auf ausgewählten SKUs; rund 1,2 m, 200+ Tags/s (Distributorenangabe, nicht offiziell belegt); EU-Variante für Ende 2026 angekündigt |
| Funk | Wi-Fi 7 Tri-Band 2,4 / 5 / 6 GHz, 2×2 MU-MIMO; Bluetooth 6.0; optional 5G Sub-6 nach 3GPP Rel-17, SIM plus Dual eSIM |
| Akku | 3.800 mAh / 14,63 Wh oder 5.200 mAh / 20,02 Wh, wechselbar; Hot-Swap bei ausgewählten Konfigurationen |
| Maße | 165 × 77,95 × 12,5 mm |
| Gewicht | 245 g mit Standardakku, 270 g mit erweitertem Akku |
| Schutzart | IP65 und IP68 |
| Sturz | 1,83 m auf Beton, 2,13 m mit Rugged Boot |
| Temperatur | −20 °C bis +50 °C im Betrieb |
| Anschlüsse | USB-C; Ladekontakte für Ladestationen; Zubehör weitgehend kompatibel zu TC22/TC27 |
Zwei Werte verdienen einen zweiten Blick. Erstens die Kombination IP65 und IP68: IP65 steht für Strahlwasser aus jeder Richtung, IP68 für zeitweiliges Untertauchen. Beides zusammen bedeutet, dass das Gerät sowohl abgespritzt als auch versehentlich in einen Eimer fallen darf. Zweitens die 245 Gramm. Der TC22R wiegt 569 Gramm, eine Kombination aus TC22 und RFD40-Sled rund 777 Gramm. Wer ein Gerät den ganzen Tag in der Hand hält, spürt diesen Unterschied deutlich.
Praxis im Modeladen: 4.000 Teile auf 120 Quadratmetern
Ein Modeladen mit 120 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 4.000 getaggten Teilen ist unser Standardbeispiel. Mit einem Gerät bei rund 1,2 Metern Reichweite ist die reine Lesezeit bedeutungslos — 20 Sekunden. Entscheidend sind Laufweg, Positionswechsel und das Auffächern dicht gehängter Ware. Unsere Hochrechnung landet bei zwei bis drei Stunden statt bei ein bis zwei.
Die Rechnung im Einzelnen, mit offen benannten Annahmen. Der Laden hat 40 Warenträger mit im Schnitt 80 Teilen, also 3.200 Stück Hängeware. Dazu kommen 20 Regalfächer mit gefalteter Ware zu je 40 Teilen, also 800 Stück. Alle Teile tragen ein UHF-Etikett am Hangtag.
Schritt 1: reine Lesezeit
4.000 Tags bei 200 Tags pro Sekunde ergeben 20 Sekunden. Selbst wenn die Leserate im Laden auf die Hälfte einbricht, sind es 40 Sekunden. Diese Zahl taucht in Verkaufsgesprächen häufig auf und ist ohne jeden Aussagewert — kein Gerät dieser Klasse scheitert an der Leserate.
Schritt 2: Positionen und Laufweg
Bei 1,2 Metern nominal, in dichter Ware realistisch deutlich weniger, brauchen Sie pro laufendem Meter Bügelstange mindestens eine Halteposition, bei dicht gehängter Ware eher zwei. Rechnen wir mit zwei Positionen je Warenträger und fünf Sekunden Verweildauer plus vier Sekunden Umsetzen: 40 × 2 × 9 Sekunden sind zwölf Minuten. Die 20 Regalfächer mit je zehn Sekunden ergeben gut drei Minuten. Der Laufweg zwischen den rund 100 Positionen auf 120 Quadratmetern schlägt mit weiteren zehn Minuten zu Buche. Bis hierhin: rund 25 Minuten.
Schritt 3: der Posten, der alles kippt
Jetzt kommt das, was in keinem Datenblatt steht. Bei einem Nahfeld von gut einem Meter im Freien und wenigen Dezimetern in dichter Ware erreichen Sie die Etiketten in der Mitte eines voll behangenen Ständers nicht. Textil dämpft, Metallständer reflektieren, die Tags liegen zwischen den Lagen. Sie müssen die Ware auffächern. Bei 40 Warenträgern und je 90 Sekunden fürs Auseinanderschieben und wieder Ordnen sind das eine Stunde. Dazu ein Nachlesedurchgang für die Teile, die im ersten Durchgang gefehlt haben: 20 bis 30 Minuten.
Ergebnis
In Summe landen wir bei rund zwei Stunden reiner Erfassung, plus Klärung der Differenzen. Realistisch sind zwei bis drei Stunden für diesen Laden mit einer Person. Zum Vergleich: Mit einem Gerät bei 6 Metern nominaler Reichweite entfällt der Auffächer-Posten fast vollständig, weil Sie den Ständer aus dem Gang heraus erfassen. Dort bleiben rund 20 bis 30 Minuten Gehen und Erfassen übrig.
Zur Einordnung der Ein-bis-zwei-Stunden-Inventur: Die Angabe, dass eine Inventur mit HANGCOUNT je nach Ladengröße in ein bis zwei Stunden erledigt ist, ist unsere eigene Hochrechnung. Sie beruht auf einer Leseleistung von rund 700 Teilen pro Minute im Ladenbetrieb und auf Geräten mit mehreren Metern Reichweite. Mit einem 1,2-Meter-Gerät wie dem TC201 wird diese Hochrechnung nicht erreicht. Das ist kein Makel des TC201 — er ist für diese Aufgabe nicht gebaut.
Wofür er im Laden dagegen taugt: die Suche nach einem einzelnen Teil, das im Bestand steht, aber nicht gefunden wird. Die Stichprobe bei der Warenannahme, wenn ein Karton mit 30 Teilen kommt. Die Kontrolle, ob die Etiketten einer neuen Kollektion korrekt beschrieben wurden. Und alles, was ohnehin Barcode ist: Wareneingang, Umlagerung, Preisauszeichnung, Bestellabfrage. Mehr dazu im Ratgeber RFID-Inventur im Einzelhandel.
Wofür der TC201 nicht taugt
- Sehr gute Plattformdaten für die Preisklasse: Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, LPDDR5
- 245 g — weniger als die Hälfte eines TC22R mit 569 g
- IP65 und IP68 zusammen, Sturz 1,83 m, Betrieb ab −20 °C
- Löst TC22 und TC27 ab, Zubehör weitgehend rückwärtskompatibel
- Einstiegspreis ab 648,83 € netto (AutoID Warehouse, Stand 08/2026)
- RFID-Variante für die EU erst für Ende 2026 angekündigt — heute nicht planbar
- RFID-Kennwerte nur aus Distributorenquellen, kein offizielles Zebra-Datenblatt
- EU-Frequenzband, Sendeleistung und Protokolle nicht verifizierbar
- Rund 1,2 m Reichweite bedeuten Nahfelderfassung, keine Vollinventur
- Kein Pistolengriff im Grundgerät, Android-Supportende nicht veröffentlicht
Der Reihe nach, ohne Weichzeichner. Der schwerste Punkt ist nicht die Reichweite, sondern die Beschaffbarkeit. Ein Gerät, dessen relevante Variante für Ende 2026 angekündigt ist und für das kein verbindliches Datum existiert, kann in einem Projekt, das dieses Jahr laufen soll, nicht eingeplant werden. Zwischen Ankündigung und tatsächlicher Lieferbarkeit einer EU-SKU liegen bei Enterprise-Hardware regelmäßig Monate, dazu kommt die Zeit, bis Distributoren Lagerbestände aufbauen.
Der zweite Punkt ist die Datenlage. Es ist ungewöhnlich, dass ein Gerät so ausführlich mit Plattformdaten beschrieben wird und bei RFID nur zwei Zahlen aus dem Handel existieren. Solange Zebra kein Spec-Sheet mit Frequenzband und Sendeleistung veröffentlicht, lässt sich nicht einmal sagen, ob die europäische Ausführung dieselbe Reichweite erreicht wie eine US-Ausführung. Das ist kein theoretisches Problem: Europa erlaubt 2 W ERP, die USA 4 W EIRP, was rund 20 Prozent mehr Sendeleistung entspricht. Bei einem ohnehin knappen Nahfeld macht sich das bemerkbar.
Der dritte Punkt betrifft die Bauform. Ein flaches Handheld ohne Pistolengriff hat keine gerichtete Antenne mit definierter Hauptkeule. Bei einem Sled zeigt die Antenne dorthin, wo Sie hinzielen; bei einem Flachgerät strahlt die Antenne dorthin, wo sie im Gehäuse eingebaut ist. Das erschwert selektives Lesen und macht das Wiederfinden einzelner Teile langsamer, weil das typische Geiger-Zähler-Verhalten fehlt oder deutlich schwächer ausfällt. Ob Zebra hierfür einen Pistolengriff mit RFID-Trigger anbietet, ist uns nicht bekannt.
Und der vierte Punkt, der oft übersehen wird: Der TC201 fehlt in Zebras Tabelle der unterstützten Android-Versionen. Damit ist unbekannt, bis zu welcher Android-Version das Gerät gepflegt wird und wann der Sicherheitssupport endet. Bei einer Investition, die sechs Jahre halten soll, ist das eine offene Flanke — auch wenn sich das mit dem Marktstart erfahrungsgemäß klärt.
Preise, Stand und was zusätzlich anfällt
| Position | Preis netto | Quelle und Stand |
|---|---|---|
| TC201, Einstiegskonfiguration | 648,83 € | AutoID Warehouse, Stand 08/2026 |
| TC201, obere Konfiguration | 881,34 € | AutoID Warehouse, Stand 08/2026 |
| TC201 mit RFID | nicht ausgewiesen | kein öffentlicher Preis für die RFID-SKU |
| Zum Vergleich: TC22R (integriertes RFID) | 1.295,00 € | MicroNordic, EU-SKU, Stand 08/2026 |
| Zum Vergleich: RFD40 Standard-Sled | ab 839,00 € | ico.de, Stand 08/2026 |
Angegeben sind Nettolistenpreise für Deutschland beziehungsweise die EU, Stand 08/2026, Quelle jeweils genannt. Listenpreise sind Momentaufnahmen, Projektpreise liegen häufig darunter. Verfügbarkeit und Konfiguration sind beim Händler zu prüfen. HANGCOUNT verkauft diese Geräte nicht zu den genannten Händlerpreisen — die Angaben dienen der Einordnung.
Die Spanne von 648,83 bis 881,34 Euro bildet Speicherausbau, Scan-Engine, Akkugröße und Mobilfunk ab. Die 8-GB-Variante mit UFS 3.1 und die AC670-Scan-Engine treiben den Preis, die 5G-Ausführung ebenfalls. Für einen Modeladen reicht die Basiskonfiguration mit SR500 und WLAN in aller Regel aus; die AC670 mit bis zu 30 Metern Lesedistanz ist ein Lagerthema, nicht eines der Verkaufsfläche.
Was neben dem Gerät anfällt
Ein Handheld allein ist nie die vollständige Rechnung. Dazu kommen: eine Ladeschale, bei mehreren Geräten eher eine Mehrfachstation, gern in der Größenordnung mehrerer hundert Euro. Ein Ersatzakku, damit ein Gerät nicht mitten in der Zählung ausfällt. Die RFID-Etiketten, im Modehandel in Kleinmengen rund 12 bis 15 Cent pro Stück. Ein RFID-Drucker, wenn Sie selbst auszeichnen wollen — ohne den geht es beim Taggen des Altbestands nicht. Dazu die Software, die aus gelesenen Nummern einen Bestand macht, und die Einrichtung einschließlich der Schnittstelle zum Kassensystem. Rechnen Sie für das Taggen des Altbestands mit 200 bis 300 Teilen pro Person und Stunde; bei 4.000 Teilen sind das rund zwei Arbeitstage.
Zubehör, Laden und Software
Ein Argument für die TC201-Plattform, das im Datenblattvergleich untergeht: Das Zubehör ist laut Herstellerangaben weitgehend rückwärtskompatibel zu TC22 und TC27. Wer bereits Ladestationen, Akkus und Halterungen dieser Baureihen im Haus hat, muss sie nicht ersetzen. Bei einer Filiale mit zwei Geräten ist das nebensächlich, bei zehn Standorten ist es ein vierstelliger Betrag.
Angeboten werden nach vorliegenden Angaben Ein- und Mehrfach-Ladestationen, reine Akkuladegeräte, Pistolengriff, Armhalterung, Holster und Fahrzeughalterung. Ob der Pistolengriff bei einer RFID-Ausführung einen RFID-Trigger bereitstellt, ist nicht belegt — auch das gehört auf die Klärungsliste vor einer Beschaffung.
Softwareseitig liefert Zebra für seine Mobilcomputer die übliche Werkzeugkiste: DataWedge für die Weitergabe von Scans an beliebige Apps ohne Programmierung, StageNow für die Ersteinrichtung per Barcode, Enterprise Home Screen für ein gesperrtes Gerätebild, LifeGuard für Sicherheitsupdates über die Android-Standardpflege hinaus. Für RFID existieren die Zebra RFID SDKs und 123RFID Desktop; ob und in welcher Ausbaustufe diese den TC201 unterstützen, ist nicht belegt. Wer eine eigene App anbindet, sollte sich die SDK-Unterstützung für die konkrete SKU bestätigen lassen.
Für den Modehandel gilt unabhängig vom Gerät: Das Handheld ist nur der Sensor. Der Nutzen entsteht in der Software, die Sollbestand und Ist-Lesung gegenüberstellt, Differenzen anzeigt und das Ergebnis in Ihr Kassensystem zurückgibt — im Mittelstand fast immer per CSV oder Excel. Wie eine Reader-Auswahl und die Antennencharakteristik zusammenhängen, steht in den Grundlagen zu RFID im Einzelhandel.
Alternativen im Vergleich
| Gerät | RFID-Reichweite | Tags/s | Preis netto | Rolle |
|---|---|---|---|---|
| Zebra TC201 | rund 1,2 m* | 200+* | 648,83–881,34 € | Barcode-Handheld, RFID als Nahfeld-Option |
| Zebra TC22R | 12,2 m / 24,4 m je Quelle | bis 1.300 | 1.295 € | Ein-Geräte-Lösung für Inventur |
| Zebra RFD40 | rund 6+ m | 1.300+ | ab 839 € | Sled für vorhandene Mobilcomputer |
| Zebra EM45 RFID | bis 1,2 m | 20 | 1.138 USD** | Smartphone mit gelegentlicher Erfassung |
| Zebra DS9908R | rund 45,7 cm | nicht spezifiziert | ab 1.079,91 USD** | Kassenscanner mit RFID |
| MEFERI ME87 | bis 2 m | bis 200 | nicht öffentlich | Handheld mit prozessorintegriertem RFID |
* Distributorenangabe ohne offizielles Zebra-Datenblatt. ** Kein deutscher Listenpreis öffentlich; US-Händlerpreis in USD als Orientierung, keine Umrechnung. Alle Preise Stand 08/2026, Quellen im Quellenabschnitt.
Die ehrliche Empfehlung lautet: Wer 2026 eine Inventurlösung braucht, nimmt den TC22R oder die Kombination aus einem TC22 und einem RFD40-Sled. Der TC22R ist die einfachere Lösung — ein Gerät, ein Akku, eine Ladeschale, kein Adapter-Matching. Er kostet mit 1.295 Euro netto rund doppelt so viel wie ein TC201 in der Basis, liefert dafür aber die Reichweite und die 1.300 Tags pro Sekunde, mit denen die Inventur in der Zeit fertig wird, mit der Sie im Vorfeld gerechnet haben.
Die Sled-Variante lohnt sich, wenn ohnehin Mobilcomputer im Haus sind oder mehrere Standorte sich ein RFID-Modul teilen sollen. Sie zahlen die Zwei-Komponenten-Logik mit zwei Akkus, zwei Ladewegen und rund 780 Gramm Gesamtgewicht, sparen aber die zweite Rechnereinheit.
Und der TC201? Er ist der richtige Kauf, wenn Sie ein modernes Barcode-Handheld brauchen, das lange hält, wenig wiegt und in Ihr bestehendes TC22-Zubehör passt. Er ist ein Kandidat für 2027, wenn die RFID-Ausführung tatsächlich in Europa verfügbar ist und ein Datenblatt mit belastbaren Werten vorliegt. Er ist heute keine Inventurlösung. Wer beides braucht — ein leichtes Alltagsgerät und eine schnelle Inventur — fährt mit TC201 plus einem geteilten RFD40-Sled im Zweifel besser als mit einem TC201 mit Nahfeld-RFID. Ob das RFD40 an den TC201 andockt, ist allerdings nicht bestätigt; Zebra nennt in den RFD40-Unterlagen ausdrücklich TC21/TC26 sowie EC50/EC55 und „aktuelle und künftige Zebra-Mobilcomputer“ über eConnex-Adapter. Vor der Beschaffung beim Distributor prüfen lassen.
EU-Funkzulassung und was CE bedeutet
In der EU dürfen UHF-RFID-Geräte im Band 865 bis 868 MHz mit bis zu 2 W ERP betrieben werden; die maßgebliche Norm ist ETSI EN 302 208, aktuelle Fassung V3.4.1 von Dezember 2023. Ein zusätzliches Band von 915 bis 921 MHz mit bis zu 4 W ERP ist geregelt. Der Betrieb erfolgt im Rahmen einer Allgemeinzuteilung — eine Anmeldung bei der Bundesnetzagentur ist dafür nicht nötig.
Wichtig ist die Abgrenzung zu den USA. Dort arbeiten UHF-Geräte im Band 902 bis 928 MHz mit bis zu
4 W EIRP. Ein US-Gerät darf in Deutschland nicht betrieben werden — nicht aus Formalismus,
sondern weil es auf Frequenzen sendet, die hier anders belegt sind. Achten Sie deshalb bei Zebra-Geräten auf
den Regionscode der SKU: Endungen wie -US oder -FT stehen für USA und Kanada,
-WR für Worldwide beziehungsweise 900 MHz, -E8 bei manchen Baureihen für
Europa. Ein günstiges Gerät aus einem US-Shop ist in einem deutschen Laden kein Schnäppchen, sondern
ein Rechtsrisiko.
Zur oft zitierten Leistungsdifferenz noch ein Hinweis, weil sie regelmäßig falsch dargestellt wird: 2 W ERP entsprechen rund 3,3 W EIRP. Der US-Grenzwert von 4 W EIRP liegt damit nur etwa 20 Prozent darüber, nicht doppelt so hoch. Der Unterschied in der Reichweite zwischen einer EU- und einer US-Ausführung ist entsprechend moderat.
CE ist keine Prüfung durch eine Behörde, sondern die Erklärung des Herstellers, dass sein Gerät den einschlägigen EU-Vorschriften entspricht — bei Funkgeräten der Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU. Was Ihnen dafür vorliegen sollte, ist die EU-Konformitätserklärung mit den angewandten Normen. Steht dort ETSI EN 302 208, ist die UHF-Funktion europäisch geprüft. Steht sie nicht dort, ist sie es nicht.
Und genau hier hat der TC201 seine offene Stelle: Solange kein Datenblatt mit EU-Band und Sendeleistung für die RFID-Ausführung vorliegt, lässt sich die europäische Funkkonformität der RFID-Funktion nicht öffentlich nachprüfen. Das ist kein Vorwurf an Zebra — ein Gerät, das in Europa noch nicht ausgeliefert wird, braucht noch keine veröffentlichte Dokumentation. Es bedeutet nur: Lassen Sie sich vor der Bestellung die EU-SKU, das Frequenzband, die Sendeleistung in ERP und die Konformitätserklärung schriftlich geben. Bei den Barcode-Varianten ohne RFID stellt sich diese Frage nicht.
Häufige Fragen zum Zebra TC201
Gibt es den Zebra TC201 mit integriertem RFID?
Ja, laut Distributorenangaben ist UHF-RFID beim TC201 eine optionale Ausstattung einzelner SKUs, nicht Serienstandard. Ein offizielles Zebra-Spec-Sheet mit RFID-Kennwerten für den TC201 war am 26.08.2026 nicht abrufbar. Die kursierenden Werte von rund 1,2 m Reichweite und 200+ Tags pro Sekunde stammen ausschließlich vom Handel. Wer heute bestellt, sollte sich die RFID-Ausführung samt EU-Bändern und Sendeleistung schriftlich bestätigen lassen.
Wann kommt die RFID-Variante des TC201 in Europa?
Nach der uns vorliegenden Datenlage ist die RFID-Ausführung für Europa erst für Ende 2026 angekündigt. Ein verbindliches Datum nennt weder Zebra öffentlich noch der Handel. Für ein Inventurprojekt, das 2026 fertig werden soll, ist das Gerät damit nicht planbar. Realistisch ist der TC201 mit RFID ein Kandidat für 2027.
Wie weit liest der Zebra TC201 RFID-Etiketten?
Der Handel nennt rund 1,2 Meter. Diese Zahl ist nicht durch ein offizielles Zebra-Datenblatt gedeckt, und sie ist wie jede Reichweitenangabe ein Freifeldwert ohne Ware, Metall und Menschen. In einem dicht behängten Warenträger bleibt davon praktisch deutlich weniger übrig. Zum Vergleich: Das RFD40-Sled liegt bei rund 6 Metern nominal, der TC22R bei 12,2 bis 24,4 Metern je Quelle.
Gab es jemals einen Zebra TC21 mit integriertem RFID?
Nein. Diese Verwechslung ist im Markt weit verbreitet. TC21 und TC26 konnten UHF-RFID ausschließlich über ein aufgestecktes Sled, üblicherweise das RFD40. Der letzte Zebra-Handheld dieser Klasse mit wirklich eingebautem UHF-Reader war der TC20 RFID mit Android 7.0, der längst abgekündigt ist. Wer heute ein Einsteigergerät mit Integrat sucht, landet beim TC22R.
Was kostet der Zebra TC201?
AutoID Warehouse führt den TC201 mit 648,83 bis 881,34 Euro netto je nach Konfiguration, Stand 08/2026. Die Spanne bildet Speicherausbau, Scan-Engine, Akku und Mobilfunk ab. Ein Aufpreis für die RFID-Ausführung ist darin nicht ausgewiesen und uns nicht bekannt. Ladeschale, Ersatzakku, Etiketten und Software kommen in jedem Fall dazu.
Ersetzt der TC201 den TC22 und den TC27?
Ja, Zebra positioniert die TC201-Plattform als Nachfolger, der TC22 und TC27 in einer Baureihe zusammenführt. Die WLAN-Variante entspricht der Rolle des TC22, die 5G-Variante der des TC27. Ein großer Teil des Zubehörs von TC22 und TC27 ist laut Herstellerangaben weiter verwendbar. Für Betriebe mit vorhandenen TC22-Ladestationen senkt das die Umstiegskosten.
Reicht der TC201 für eine Inventur im Modeladen?
Für eine Vollinventur eher nicht. Nicht die Leserate ist das Problem, sondern die Reichweite: Bei rund 1,2 Metern müssen Sie an jedes Warenstück heran, statt einen Ständer aus dem Gang abzutasten. Das verlängert eine Zählung im 120-Quadratmeter-Laden nach unserer Hochrechnung von gut einer Stunde auf zwei bis drei. Für Einzelartikelsuche, Warenannahme und Stichproben ist er dagegen brauchbar.
Welches Zebra-Gerät passt heute für eine RFID-Inventur im Modehandel?
Wer 2026 beschaffen muss, nimmt den TC22R als Ein-Geräte-Lösung oder ein TC22 mit RFD40-Sled, wenn ohnehin Mobilcomputer im Haus sind. Beide liefern eine Leserate von bis zu 1.300 Tags pro Sekunde und eine Reichweite, mit der sich ein Warenträger im Vorbeigehen erfassen lässt. Den TC201 mit RFID setzen Sie sich auf die Merkliste für 2027.
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Quellen und Stand
Alle Angaben geprüft am 26.08.2026. Preise sind Nettolistenpreise der jeweils genannten Händler und Momentaufnahmen.
- Zebra Technologies: TC2x Series Mobile Computers, Produktseite (GB) — zebra.com. Abruf 26.08.2026: Die automatisiert erreichbare Fassung listet TC21 und TC26, den TC201 dagegen nicht.
- Zebra Technologies: Supported Android Versions für Mobilcomputer — zebra.com. Abruf 26.08.2026: TC22 und TC27 mit A13/A14 und finaler Version A16 gelistet; TC201 nicht enthalten.
- AutoID Warehouse: Zebra TC201 — 5G, Wi-Fi 7 and RFID Mobile Terminal — autoidwarehouse.com. Abruf 26.08.2026: Preisspanne 648,83–881,34 € netto sowie die RFID-Angaben „over 200 tags per second from a distance of up to approximately 1.2 m“ (nur ausgewählte SKUs, regional abweichend).
- Zebra Technologies: TC2xR Series / TC22R Spec Sheet (GB) — zebra.com. Vergleichswerte TC22R: bis 1.300 Tags/s, EU 865–868 MHz mit 1,45–31,45 dBm ERP, IP65, 569 g.
- Zebra Technologies: RFD40 UHF RFID Standard Sled Spec Sheet (GB) — zebra.com. Vergleichswerte RFD40: rund 6+ m, 1.300+ Tags/s, EU 865–868 MHz.
- MicroNordic: Zebra TC22R, EU-SKU, 1.295 € netto, Stand 08/2026 (Preisreferenz für den Vergleich).
- ico.de: Zebra RFD40 Standard, ab 839 € netto, Stand 08/2026 (Preisreferenz für den Vergleich).
- Qualcomm: Dragonwing Q-6690 Processor Product Brief — docs.qualcomm.com. Grundlage für die Einordnung der Plattform; die Zuordnung einer prozessorintegrierten RFID-Engine zum TC201 ist eine Schlussfolgerung dieser Redaktion und keine Herstellerangabe.
- ETSI EN 302 208 V3.4.1 (2023-12), Funkanlagen im Bereich 865–868 MHz bis 2 W ERP und 915–921 MHz bis 4 W ERP — etsi.org.
- GS1: Regulatory status for using RFID in the UHF spectrum — gs1.org.
- Bestandsgenauigkeit ohne RFID 65–75 %, mit RFID 93–99 %, Umsatzeffekt bis +5,5 %: Beck (2018), ECR Shrinkage & On-Shelf Availability Group / GS1 UK.
- Angaben zu Lifecycle und Modellhistorie (TC20 RFID, End of Sale TC21/TC26 am 28.02.2025, Support bis 31.03.2028): Hersteller- und Distributorenangaben, Stand 08/2026.