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Chainway C72: viel Reichweite für unter tausend Euro

Der C72 ist ein Android-Handheld mit abnehmbarem RFID-Pistolengriff und dem aktuellen Impinj-E710-Modul. Chainway nennt 26 bis 30 Meter Reichweite und über 1.300 gelesene Tags pro Sekunde, der Händlerpreis liegt bei 941,60 Euro netto. Das ist rund die Hälfte dessen, was vergleichbar ausgestattete Markengeräte kosten. Diese Seite rechnet nach, was davon im Laden ankommt, und benennt die drei Punkte, an denen dieses Angebot schwächer ist als sein Datenblatt: die Generationenfrage, die Garantie und die fehlende Normenliste.

Einordnung

Was der C72 ist und für wen er gebaut wurde

Kurze Antwort

Der Chainway C72 ist ein robustes Android-Handheld mit 5,2-Zoll-Display, optionalem 2D-Barcode-Imager und einem abnehmbaren UHF-Pistolengriff. Die aktuelle Ausführung trägt das Modul CM710-1 auf Basis des Impinj E710 und liest laut Hersteller über 1.300 Tags pro Sekunde. Für die Vollinventur im Modehandel ist das ein vollwertiges Gerät. Entscheidend beim Kauf ist, dass Sie die aktuelle und nicht die ältere Ausführung bekommen.

Chainway ist ein chinesischer Hersteller mobiler Datenerfassungsgeräte, der seit vielen Jahren RFID-Handhelds baut. Der C72 ist eines der bekanntesten Modelle des Hauses und entsprechend lange am Markt. Er kombiniert zwei Dinge, die sonst häufig getrennt sind: einen vollwertigen Android-Computer mit ordentlichem Display und ein UHF-Lesegerät mit einer Antenne, die groß genug für echte Reichweite ist.

Der Trick dabei ist der abnehmbare Griff. Er trägt unter der Bezeichnung TRG-C72-PG die UHF-Antenne, den Abzug und einen Teil der Elektronik. Mit Griff ist der C72 ein Pistolengerät für die Zählung, ohne Griff ein 375 Gramm leichtes Handheld für Wareneingang, Preisauskunft und Kundengespräch. Wer den Unterschied zwischen einem Aufsteck-Sled und einem integrierten Gerät verstehen will: Der C72 liegt genau dazwischen. Griff und Gerät gehören zusammen und stammen vom selben Hersteller, es gibt keinen Adapter und keine Kompatibilitätsfrage — aber Sie können den Griff abnehmen, wenn Sie ihn nicht brauchen.

Kennwerte auf einen Blick
Bauform
Android-Handheld mit abnehmbarem UHF-Pistolengriff (TRG-C72-PG)
UHF-Modul
CM710-1 auf Basis Impinj E710 (Altgeneration: Indy R2000)
Lesereichweite
26–30 m im Freifeld, Herstellerangabe · Impinj selbst: über 15 m
Leserate
1.300+ Tags pro Sekunde, Herstellerangabe
EU-Frequenz
865–868 MHz als Hardwarevariante · 1 W (30 dBm), +5 bis +30 dBm
Display
5,2 Zoll IPS LTPS, 1920 × 1080, Handschuh- und Nassbedienung
Akku
8.000 mAh, über 12 h Dauerbetrieb · ob wechselbar: nicht belegt
Gewicht
375 g Gerät · 673 g mit UHF-Griff
Schutzart
IP65 · mindestens 20-mal 1,5 m auf Beton · 1.000 × 0,5 m Tumble
Preis
941,60 € netto für C72-A13-2U (shopid.eu, Stand 31.08.2026)

Zwei Gerätegenerationen sind gleichzeitig im Handel

Das ist der wichtigste Beschaffungshinweis dieser Seite, und er steht deshalb weit oben. Den C72 gibt es in zwei technisch deutlich verschiedenen Ausführungen, die unter demselben Modellnamen verkauft werden.

MerkmalÄltere AusführungAktuelle Ausführung
UHF-ModulImpinj Indy R2000CM710-1 (Impinj E710)
Reichweite laut Herstellerrund 15 m26–30 m
Leserate900+ Tags/s1.300+ Tags/s
Erkennbar anBezeichnungen wie C72-V3/CM710 bei HändlernModulangabe CM710-1 in der Auftragsbestätigung
Beobachteter Händlerpreisrund 909 € netto (rfidplaza.com)941,60 € netto (shopid.eu)

Preise: shopid.eu und rfidplaza.com, jeweils netto, Stand 31.08.2026. Die Zuordnung der Händlerbezeichnungen zu den beiden Generationen ist unsere eigene Auswertung öffentlicher Händlerlistungen und keine Herstellerangabe.

Der Unterschied ist erheblich: rund 15 Meter gegen 26 bis 30 Meter Katalogreichweite, 900 gegen über 1.300 Tags pro Sekunde. Das Problem ist nicht, dass es die ältere Ausführung noch gibt — sie funktioniert. Das Problem ist, dass die Preise dicht beieinander liegen und dass manche Händler alte Datenblätter zu neuen Artikelnummern zeigen. Wer 909 Euro für ein Gerät zahlt, das in der aktuellen Ausführung 941,60 Euro kostet, hat 33 Euro gespart und die Hälfte der Reichweite verloren.

Kurz gesagt: Lassen Sie sich vor der Bestellung schriftlich bestätigen, dass das gelieferte Gerät das UHF-Modul CM710-1 auf Basis des Impinj E710 trägt. Diese eine Zeile in der Auftragsbestätigung ist bei diesem Hersteller wichtiger als jede Preisverhandlung.

Für wen sich das Gerät lohnt

Der C72 ist für Betriebe gebaut, die regelmäßig größere Warenmengen erfassen und dafür kein Markenbudget haben. Im Modehandel heißt das: die jährliche Vollinventur, die Wareneingangskontrolle bei Kollektionslieferungen, Umlagerungen zwischen zwei Filialen und wiederkehrende Zwischenzählungen einzelner Warengruppen. Für alle vier Aufgaben ist die Reichweite der entscheidende Faktor, weil sie darüber bestimmt, ob Sie einen Ständer aus dem Gang heraus abtasten können oder an jedes einzelne Teil heranmüssen.

Besonders naheliegend ist der C72 für einen Betrieb mit einem oder zwei Standorten, der bei null anfängt und genau ein Gerät braucht. Anders als bei einer Sled-Lösung kaufen Sie hier ein einziges Gerät mit einem einzigen Akku und einer einzigen Ladeschale. Es gibt keinen Host-Computer, der zusätzlich beschafft werden muss, und keinen gerätespezifischen Adapter, der im Angebot fehlen kann. Diese Einfachheit ist im Kleinbetrieb mehr wert als sie in Datenblättern aussieht.

Was der C72 ausdrücklich nicht ist

Er ist keine Bestandssoftware und kein Kassensystem. Das Gerät liefert eine Liste gelesener EPC-Nummern an die Anwendung, die darauf läuft, und was daraus wird, entscheidet diese Software. Er ist auch kein Kassenscanner: Für den Verkaufsvorgang am Tresen ist ein Handheld mit Pistolengriff und 673 Gramm die falsche Bauform, dafür gibt es Präsentationsscanner wie den Zebra DS9908R. Und er druckt nichts. Die Etiketten entstehen vorher im RFID-Drucker, der Text, Barcode und Chip in einem Arbeitsgang erzeugt.

Was er ebenfalls nicht leistet: Er prüft nicht, ob eine gelesene Nummer fachlich zum richtigen Artikel gehört. Diese Zuordnung entsteht beim Verheiraten von RFID-Etikett und vorhandenem Barcode und lebt anschließend in Ihrer Bestandsführung. Wie dieser Schritt praktisch abläuft, steht im Ratgeber RFID-Inventur. Die Grundlagen der Technik erklären wir im RFID-Ratgeber und auf der Seite zu den RFID-Readern.

RFID-Leistung

Reichweite, Leserate und Frequenzen im Detail

Kurze Antwort

Chainway gibt für den C72 je nach Testtag 26, 28 oder 30 Meter Lesereichweite an, dazu über 1.300 Tags pro Sekunde. Das sind Freifeldwerte, gemessen mit großen Etiketten und ohne Störer. Impinj selbst nennt für dasselbe Gerät vorsichtiger mehr als 15 Meter im Freien. In Europa arbeitet der C72 als Hardwarevariante im Band 865 bis 868 MHz mit 1 Watt Sendeleistung, einstellbar von +5 bis +30 dBm.

MerkmalWertQuelle
UHF-ModulCM710-1, auf Basis Impinj E710Chainway Produktseite
Leserate1.300+ Tags/s (zirkular polarisiert)Chainway Produktseite
Leserate Altgeneration900+ Tags/sChainway, ältere Ausführung mit Indy R2000
Reichweite mit Impinj MR6 (70 × 15 mm)26 mChainway Produktseite, Freifeld
Reichweite mit Impinj M750 (70 × 15 mm)28 mChainway Produktseite, Freifeld
Reichweite mit Alien H3 Anti-Metall (130 × 42 mm)30 mChainway Produktseite, Freifeld
Reichweite laut Impinjmehr als 15 m im Freienimpinj.com, Partnerseite zum C72
Realistische Reichweite im Ladenrund 4–10 meigene Einordnung, keine Herstellerangabe
Frequenz Europa865–868 MHzChainway Produktseite, Hardwarevariante
Frequenz Nordamerika / weitere902–928 MHz · 920–925 MHzChainway Produktseite
Sendeleistung1 W (30 dBm), einstellbar +5 bis +30 dBmChainway Produktseite
Sendeleistung Option2 W (33 dBm) — nicht für EuropaChainway Produktseite
ERP oder EIRP?nicht angegebeneigene Prüfung: Chainway sagt nicht, ob konduktiert oder abgestrahlt gemeint ist
ProtokolleEPC C1 Gen2 / ISO 18000-6C, GS1 Gen2v2 Authenticate, ISO/IEC 29167-11, Impinj Gen2XChainway Produktseite

Was diese Reichweitenangaben bedeuten und was nicht

Die drei Reichweitenwerte in der Tabelle unterscheiden sich nicht deshalb, weil das Gerät unterschiedlich stark sendet, sondern weil unterschiedliche Etiketten getestet wurden. Die 30 Meter erreicht Chainway mit einem Alien-H3-Anti-Metall-Tag in der Größe 130 × 42 Millimeter. Das ist ein Industrieetikett, so groß wie eine halbe Postkarte, mit einer entsprechend großen Antennenfläche. Ein Hangtag für ein Kleidungsstück ist ein Bruchteil davon.

Dazu kommt die Messumgebung. Chainway schreibt bei einem Schwestermodell ausdrücklich dazu, dass die Reichweiten im Freien und in einer störungsarmen Umgebung gemessen werden. Ein Modeladen ist das genaue Gegenteil: Rundständer aus Stahl, Ware in mehreren Lagen übereinander, Etiketten zwischen zwei Jeansstapeln, Spiegel, Kabinen, Kunden im Weg. Wasser absorbiert die Funkenergie, Metall reflektiert sie, dichte Textilstapel dämpfen sie.

Unsere Praxisregel, ausdrücklich keine Herstellerangabe: Rechnen Sie im Laden mit einem Drittel bis einem Viertel des Katalogwerts. Aus 26 bis 30 Metern werden damit rund 6,5 bis 10 Meter. Legt man stattdessen die konservativere Angabe von Impinj mit mehr als 15 Metern zugrunde, landet dieselbe Rechnung bei 4 bis 5 Metern. Wir planen deshalb mit einer Spanne von 4 bis 10 Metern und kalkulieren Inventurzeiten mit dem unteren Ende. Wer im Verkaufsgespräch mit 30 Metern argumentiert, produziert Enttäuschung.

Für die Praxis ist die absolute Zahl ohnehin weniger wichtig als die Frage, ob man an jedes Teil heranmuss. Ab etwa zwei Metern nutzbarer Distanz muss man das nicht mehr: Ein Rundständer wird im Vorbeigehen vom Gang aus erfasst, ein Wandregal in einem Schwenk. Der C72 liegt mit vier bis zehn Metern deutlich darüber. Genau darin besteht der Unterschied zu Geräten im Smartphone-Format, bei denen jedes Warenstück ein eigener Arbeitsschritt ist.

Leserate: die Zahl, die selten der Engpass ist

1.300 Tags pro Sekunde klingen nach viel. Für Ihre Planung ist die Zahl trotzdem weniger wichtig, als sie aussieht. Rechnen Sie nach: 4.000 Teile geteilt durch 1.300 Tags pro Sekunde sind gut drei Sekunden reine Lesezeit. Kein Modeladen wird jemals von der Leserate seines Handhelds ausgebremst.

Wichtig ist die hohe Rate aus einem anderen Grund. EPC Gen2 arbeitet mit Antikollision im Zeitschlitzverfahren: Die Etiketten antworten nicht gleichzeitig, sondern nacheinander in zufällig gewählten Zeitfenstern. Je mehr Tags gleichzeitig im Feld stehen, desto mehr Kollisionen und desto mehr Wiederholungsrunden. Eine hohe Rate bedeutet, dass der Reader diese Runden schnell durchspielt und auch ein dicht gepackter Ständer in einem einzigen Schwenk vollständig erfasst wird, statt dass einzelne Teile durchrutschen. Die Rate kauft Ihnen also Vollständigkeit, nicht Tempo. Und genau deshalb ist der Unterschied zwischen 900 und 1.300 Tags pro Sekunde zwischen den beiden Gerätegenerationen relevanter, als er klingt.

Sendeleistung: eine offene Frage im Datenblatt

Chainway gibt 1 Watt beziehungsweise 30 dBm an, einstellbar von +5 bis +30 dBm, und nennt eine optionale 2-Watt-Ausführung mit 33 dBm, die ausdrücklich nicht für Europa bestimmt ist. Was Chainway nicht sagt: ob diese dBm-Werte konduktiert am Antennenanschluss gemessen sind oder als abgestrahlte Leistung zu verstehen sind, also als ERP oder EIRP. Das ist kein akademischer Unterschied. Der europäische Grenzwert liegt bei 2 Watt ERP, das entspricht rund 3,3 Watt EIRP, und ohne die Bezugsgröße lässt sich der Abstand zum Grenzwert nicht sauber ausrechnen.

Wir benennen das als Lücke, statt es glattzubügeln. Ein Anhaltspunkt: Im Handbuch des Schwestermodells C66 nennt Chainway für Europa einen einzelnen Wert von 23,58 dBm e.r.p. Das liegt deutlich unter dem Grenzwert. Ob derselbe Wert für den C72 gilt, ist damit nicht belegt. Wer die Sendeleistung für eine Ausschreibung oder eine Standortplanung braucht, sollte sie sich schriftlich vom Lieferanten bestätigen lassen.

Protokolle

Die Protokollliste ist vollständig und aktuell: EPC Class 1 Gen2 beziehungsweise ISO 18000-6C als Grundlage, dazu GS1 Gen2v2 Authenticate, ISO/IEC 29167-11 und Impinj Gen2X. Die beiden letztgenannten sind Erweiterungen für Authentifizierung und für höheren Durchsatz mit Impinj-Chips. Für den Modehandel ist vor allem die erste Zeile entscheidend: Handelsübliche UHF-Hangtags mit Chips von Impinj oder NXP sind Gen2-Etiketten und werden gelesen. Welche Bauformen sich für Bekleidung, Schuhe und Accessoires eignen, steht auf unserer Seite zu RFID-Etiketten.

Technische Daten

Vollständige technische Daten

Kurze Antwort

Der C72 bringt ein 5,2-Zoll-Display mit 1920 × 1080 Pixeln, einen Octa-Core mit 2,3 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Flash mit, dazu Android 11 oder 13 mit Google Mobile Services. Er ist nach IP65 geschützt und übersteht mindestens 20 Stürze aus 1,5 Metern auf Beton. Zwei Positionen lässt Chainway offen: die Kamera und die Frage, ob der Akku wechselbar ist.

PositionAngabe
BauformAndroid-Handheld mit abnehmbarem UHF-Pistolengriff, Artikel TRG-C72-PG
Display5,2 Zoll IPS LTPS, 1920 × 1080 Pixel, Multitouch, Bedienung mit Handschuh und bei Nässe
ProzessorOcta-Core, 2,3 GHz. Eine Typenbezeichnung nennt Chainway auf der Produktseite nicht
Speicher4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB Flash, optional 4 GB und 64 GB, erweiterbar per microSD
BetriebssystemAndroid 11 oder 13 mit Google Mobile Services, Sicherheitsupdates im 90-Tage-Rhythmus, Unterstützung für Soti MobiControl und SafeUEM
Scan-Engineoptional, 2D: Zebra SE4710, SE4750SR, SE4750MR oder SE4750DP, Honeywell N6603, Chainway CM60; 1D-Laser: Honeywell N4313
Kamerain der Spezifikationstabelle nicht ausgewiesen — nicht belegt
NFC13,56 MHz, optional
FunkWLAN 802.11 a/b/g/n/ac auf 2,4 und 5 GHz, Bluetooth 5.0, LTE optional mit den für Europa relevanten Bändern B3, B7, B8 und B20, GPS mit AGPS, GLONASS und BeiDou. Kein 5G
Akku8.000 mAh Lithium-Ionen, Standby über 500 Stunden, Dauerbetrieb über 12 Stunden, Ladezeit 3 bis 4 Stunden. Ob der Akku wechselbar ist: nicht belegt
Maße166,2 × 81,1 × 24,1 mm · mit Griff 177 × 88,6 × 145,8 mm
Gewicht375 g ohne Griff · 673 g mit UHF-Griff
SchutzartIP65
Sturz und Tumblemehrfach 1,5 m auf Beton, mindestens 20-mal, über den gesamten Betriebstemperaturbereich; 1.000 Tumble-Zyklen aus 0,5 m
TemperaturBetrieb -20 °C bis +50 °C · Lagerung -40 °C bis +70 °C · 5 bis 95 % rF, nicht kondensierend
AnschlüssemicroSD-Steckplatz belegt. Zu Ladeanschluss und Kontaktleiste macht Chainway auf der Produktseite keine Angabe — nicht belegt

Alle Werte sind Herstellerangaben von der Chainway-Produktseite zum C72, abgerufen am 31.08.2026. Wo in der Tabelle „nicht belegt“ steht, haben wir die Angabe weder auf der Produktseite noch in der Spezifikationstabelle gefunden; wir tragen die Lücke ein, statt sie zu füllen.

Was in dieser Tabelle auffällt

Drei Punkte sind erwähnenswert, zwei positiv, einer nicht.

Positiv, erstens: Das Display ist mit 1920 × 1080 Pixeln auf 5,2 Zoll besser aufgelöst als bei vielen Geräten dieser Preisklasse, und die Bedienung mit Handschuh und bei Nässe ist ausdrücklich vorgesehen. Für einen Laden, in dem im Winter mit kalten Fingern im Hof Ware angenommen wird, ist das kein Luxus.

Positiv, zweitens: Chainway nennt Sicherheitsupdates im 90-Tage-Rhythmus und die Anbindung an Soti MobiControl und SafeUEM. Das sind Merkmale professioneller Gerätepflege, die man bei einem Gerät unter tausend Euro nicht selbstverständlich findet. Wer mehrere Geräte über mehrere Standorte verwaltet, braucht genau das.

Nicht positiv: Die Angabe zur Kamera fehlt in der Spezifikationstabelle vollständig, und beim Akku steht nicht, ob er wechselbar ist. Beides sind Angaben, die andere Hersteller in einer Zeile abhandeln. Beim Schwestermodell C66 schreibt Chainway ausdrücklich „removable“, beim C72 nicht. Wir werten das nicht als Beweis, dass er fest verbaut ist, aber als Grund, vor dem Kauf nachzufragen. Warum das für eine Inventur zählt, steht im Abschnitt Grenzen.

Robustheit im Vergleich

IP65 bedeutet staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus einer Düse. Das ist eine Stufe über dem IP54 vieler Aufsteck-Sleds und deutlich über dem IP42 typischer Kassenscanner. Die Sturzangabe ist ungewöhnlich präzise formuliert: mindestens 20 Stürze aus 1,5 Metern auf Beton, und zwar über den gesamten Betriebstemperaturbereich, also auch bei minus 20 Grad. Dazu 1.000 Tumble-Zyklen aus einem halben Meter. Für den Einsatz in einem Ladengeschäft ist das reichlich dimensioniert und kein Punkt, an dem Sie sich Sorgen machen müssen.

Praxis

Inventur im Modeladen: die Rechnung mit 4.000 Teilen

Kurze Antwort

Für 4.000 ausgezeichnete Teile auf 120 Quadratmetern ist die reine Lesezeit mit rund drei Sekunden bedeutungslos. Der erste Durchgang durch die Verkaufsfläche dauert je nach Rechenweg sechs bis zehn Minuten. Für den vollständigen Vorgang mit zweitem Durchgang, Lager, Kabinen und Abgleich rechnen wir mit ein bis zwei Stunden. Diese Spanne ist unsere eigene Hochrechnung, keine Herstellerangabe.

Nehmen wir einen konkreten Laden: 120 Quadratmeter Verkaufsfläche, 4.000 Teile im Bestand, alle mit RFID-Hangtag ausgezeichnet, dazu ein kleines Lager im Untergeschoss und vier Umkleidekabinen. Eine Mitarbeiterin, ein Chainway C72 mit aufgesetztem Griff, die Bestandssoftware auf dem Gerät. Wir rechnen in drei Stufen, weil die drei Zahlen ganz unterschiedlich viel bedeuten.

Stufe 1: Lesezeit

4.000 Teile geteilt durch 1.300 Tags pro Sekunde ergibt 3,1 Sekunden. Das ist die reine Zeit, die der Reader bräuchte, wenn alle 4.000 Etiketten gleichzeitig im Feld stünden. Diese Zahl steht hier nur, damit klar ist, dass sie für Ihre Planung nichts hergibt. Selbst die ältere Generation mit 900 Tags pro Sekunde käme auf 4,4 Sekunden. Kein Gerät dieser Klasse wird von der Leserate begrenzt.

Stufe 2: Laufzeit

Interessant wird es beim Abgehen der Fläche. Wir rechnen es auf zwei unabhängigen Wegen, weil das ehrlicher ist als ein einzelner Wert.

Weg A, über den Laufweg: Auf 120 Quadratmetern mit Rundständern, Wandregalen und einem Kassentresen ergibt sich ein systematischer Laufweg von grob 150 bis 200 Metern, wenn man jede Gasse einmal abgeht und die Wandflächen mitnimmt. Mit dem Handheld geht man langsam und schwenkt dabei, sagen wir 0,4 Meter pro Sekunde. 180 Meter geteilt durch 0,4 ergibt 450 Sekunden, also 7,5 Minuten. Die Annahmen zu Laufweg und Gehtempo sind unsere eigenen und hängen stark vom Grundriss ab.

Weg B, über die Erfassungsrate: Chainway nennt für den C72 keine Erfassungsrate in Teilen pro Minute, deshalb setzen wir hier einen eigenen Erfahrungswert an: 600 bis 700 Teile pro Minute für ein Pulk-Handheld im Laden. Dieser Wert liegt weit unter der theoretischen Leserate, weil er das Laufen, Schwenken und Nachfassen bereits enthält. 4.000 Teile geteilt durch 650 ergibt 6,2 Minuten. Diese Rate ist unsere Annahme, keine Herstellerangabe.

Beide Wege landen bei sechs bis zehn Minuten für einen vollständigen Durchgang durch die Verkaufsfläche. Genau hier zahlt sich die Reichweite aus. Bei den vier bis zehn Metern, mit denen wir realistisch rechnen, reicht es, die Gasse abzugehen. Bei einem Gerät mit gut einem Meter Reichweite müsste dieselbe Mitarbeiterin an jeden Ständer heran und jede Regalreihe einzeln abfahren, und aus einem Durchgang würden drei.

Stufe 3: Realzeit

Und jetzt die Zahl, die zählt. Eine Inventur besteht nicht aus einem Durchgang. Was tatsächlich anfällt:

  • Vorbereitung: Gerät laden, Software öffnen, Zählung anlegen, kurz abstimmen, wer welchen Bereich nimmt. 10 bis 15 Minuten.
  • Erster Durchgang Verkaufsfläche: 6 bis 10 Minuten nach der Rechnung oben.
  • Zweiter Durchgang: Ware in Kabinen, im Schaufenster, hinter der Kasse, auf dem Bügelbrett, in der Änderungsschneiderei. Diese Teile werden im ersten Durchgang oft übersehen, weil sie nicht dort liegen, wo man sucht. 15 bis 25 Minuten.
  • Lager: kleine Fläche, aber dichte Packung und oft Metallregale. Hier ist die Reichweite weniger wert, weil Metall reflektiert. 15 bis 20 Minuten.
  • Abgleich und Klärliste: Was ist gezählt, was fehlt, was ist doppelt. Fehlstellen von Hand nachsehen. 20 bis 40 Minuten, je nachdem wie sauber der Vorbestand war.

In der Summe sind das 66 bis 110 Minuten. Deshalb sprechen wir von ein bis zwei Stunden für einen Laden dieser Größe. Diese Spanne ist unsere eigene Hochrechnung. Sie steht in keinem Datenblatt von Chainway, und sie ist kein Versprechen. Sie gilt unter drei Bedingungen: Der Bestand ist vollständig ausgezeichnet, die Etiketten sitzen an Stellen, wo sie gelesen werden können, und die Software gleicht sauber gegen den Sollbestand ab.

Was die Rechnung kippen kann

Ehrlich bleiben heißt auch, die Störfaktoren zu benennen. Ein nicht ausgezeichneter Altbestand ist der größte: Wer 4.000 Teile erst noch taggen muss, rechnet mit 200 bis 300 Teilen pro Person und Stunde, also 13 bis 20 Personenstunden einmalig, bevor die erste schnelle Inventur überhaupt möglich ist. Genau in diesem Schritt brauchen Sie den Barcode-Imager, und genau deshalb ist die Variante ohne Imager keine Option. Zweitens Etiketten direkt auf Metall oder eng an Flüssigkeiten: Ein RFID-Etikett, das flach auf einem Metallbügel klebt, wird schlecht gelesen. Drittens dicht gestapelte Ware, bei der die inneren Teile von den äußeren abgeschirmt werden. Viertens laufender Betrieb: Wenn während der Zählung Kunden Ware bewegen, entstehen Differenzen, die niemand mehr auflösen kann.

Zum Vergleich, warum sich der Aufwand rechnet: Ohne RFID liegt die Bestandsgenauigkeit im Modehandel typischerweise bei 65 bis 75 Prozent, mit RFID bei 93 bis 99 Prozent, und der Umsatzeffekt wird mit bis zu 5,5 Prozent beziffert. Diese Zahlen stammen aus einer Studie von Beck aus dem Jahr 2018 für die ECR Shrinkage and On-Shelf Availability Group und GS1 UK, nicht von uns und nicht von einem Hardwarehersteller. Wie eine solche Zählung Schritt für Schritt abläuft, beschreibt unsere Seite zur Inventur im Einzelhandel.

Grenzen

Wofür der C72 nicht taugt

Kurze Antwort

Der C72 ist ein solides Inventurgerät mit drei erkennbaren Schwächen: zwölf Monate Herstellergarantie, eine ungeklärte Frage beim Akku und ein Datenblatt ohne Normenliste. Dazu kommt ein dünnes Distributionsnetz im deutschsprachigen Raum. Für die Kasse ist die Bauform falsch, und wer ein Gerät sucht, das ein Mitarbeiter den ganzen Tag am Gürtel trägt, kauft kein Pistolengerät mit 673 Gramm.

Spricht dafür
  • Impinj E710 im Modul CM710-1: 1.300+ Tags pro Sekunde und 26 bis 30 m laut Hersteller
  • IP65 und mindestens 20 Stürze aus 1,5 m auf Beton über den gesamten Temperaturbereich
  • 8.000-mAh-Akku mit über zwölf Stunden Dauerbetrieb, damit ganztagstauglich
  • Android 13 mit GMS, Sicherheitsupdates im 90-Tage-Rhythmus und Anbindung an Soti MobiControl
  • 941,60 Euro netto mit Imager und RFID: rund die Hälfte dessen, was voll ausgestattete Markengeräte derselben Klasse kosten
Spricht dagegen
  • Nur 12 Monate Herstellergarantie, Verlängerung auf 36 Monate kostet extra
  • Ob der Akku wechselbar ist, sagt Chainway beim C72 nicht — beim C66 sagt der Hersteller es ausdrücklich
  • Zwei Gerätegenerationen im Handel, alte Datenblätter zu neuen Artikelnummern sind häufig
  • Keine Norm im Datenblatt: die Zeile Certifications ist bei Chainway leer
  • 673 g mit Griff und kein durchgängiges Distributionsnetz im deutschsprachigen Raum

Zwölf Monate Garantie sind zu wenig

Das ist der klarste Nachteil dieses Angebots, und er lässt sich nicht schönreden. Chainway gibt herstellerseitig zwölf Monate ab Lieferung. Eine Verlängerung auf 36 Monate ist kaufbar, kostet aber extra und gehört ausdrücklich in die Angebotsanfrage.

Wichtig ist die Unterscheidung, an der viele Käufer vorbeilesen: Wenn ein EU-Händler mit 24 Monaten wirbt, ist das die gesetzliche Gewährleistung des Händlers und nicht die Herstellergarantie. Der Unterschied wird praktisch, sobald das Gerät im zweiten Jahr ausfällt. Bei der Gewährleistung müssen Sie sich nach den ersten zwölf Monaten mit dem Händler über die Ursache auseinandersetzen; bei einer Herstellergarantie geht das Gerät ein. Bei einem Handheld, das täglich benutzt und regelmäßig abgelegt wird, ist das zweite Jahr genau das Jahr, in dem die ersten Ausfälle kommen. Rechnen Sie die Garantieverlängerung deshalb in den Gerätepreis ein, bevor Sie ihn mit anderen Angeboten vergleichen.

Der Akku: eine offene Frage, die für eine Ganztagsinventur zählt

Chainway gibt 8.000 mAh an, über 500 Stunden Standby, über zwölf Stunden Dauerbetrieb und drei bis vier Stunden Ladezeit. Was Chainway beim C72 nicht angibt, ist, ob dieser Akku wechselbar ist. Beim Schwestermodell C66 steht in derselben Zeile ausdrücklich „removable“. Diese Auslassung ist auffällig genug, um sie zu benennen.

Für den normalen Ladenbetrieb ist es folgenlos: Zwölf Stunden Dauerbetrieb decken jeden Arbeitstag ab, das Gerät steht nachts in der Schale. Relevant wird es in zwei Fällen. Erstens bei einer Ganztagsinventur über mehrere Etagen oder Filialen, bei der ein zweiter Akku den Unterschied zwischen Durcharbeiten und einer dreistündigen Ladepause macht. Zweitens nach drei bis vier Jahren: Ein Lithium-Ionen-Akku verliert Kapazität, und bei einem fest verbauten Akku ist der Tausch ein Servicefall statt eines Handgriffs. Wer das Gerät fünf Jahre einsetzen will, sollte die Frage vor der Bestellung klären lassen. Der Chainway C5 ist an dieser Stelle eindeutig: dort ist der Akku belegt wechselbar, und der Pistolengriff hat mit 13.400 mAh sogar einen eigenen.

Ein Datenblatt ohne Normenliste

Die Zeile „Certifications“ ist auf den Chainway-Produktseiten leer. Es gibt keine Auflistung der angewandten Normen, kein verlinktes Prüfzertifikat, keine EU-Konformitätserklärung zum Download beim Hersteller. Belegt sind die Frequenzvariante 865 bis 868 MHz und die Erklärung im Handbuch, dass das Gerät der Richtlinie 2014/53/EU entspricht. CE- und RoHS-Zertifikate liegen bei einem europäischen Distributor zum Download, nicht beim Hersteller selbst.

Das ist kein Hinweis auf ein Problem und kein Grund, vom Kauf abzuraten. Es ist ein Unterschied im Auftreten gegenüber Herstellern, die ihre Normenliste offen ausweisen, und für Sie bedeutet es eine zusätzliche Aufgabe: Fordern Sie die EU-Konformitätserklärung beim Lieferanten an und legen Sie sie zu den Geräteunterlagen. Mehr dazu im Abschnitt Funkzulassung.

Dünnes Distributionsnetz im deutschsprachigen Raum

Chainway verkauft nicht an Endkunden, betreibt keinen eigenen Shop und veröffentlicht kein durchsuchbares Verzeichnis autorisierter Händler. In Deutschland gibt es einen B2B-Distributor, in den Niederlanden den offiziellen Europa-Distributor, dazu einige offen bepreiste Onlineshops. In Österreich und der Schweiz haben wir keinen Distributor gefunden. Für den Kauf eines Geräts ist das kein Hindernis. Für einen Servicefall in drei Jahren ist es ein Risiko, das Sie kennen sollten.

Nicht geeignet für den Kassenbetrieb

Ein Handheld mit Pistolengriff ist am Verkaufstresen die falsche Bauform. Der Kassiervorgang verlangt eine Hand für die Ware, eine für das Kassensystem, und ein 673-Gramm-Paket dazwischen stört. Für RFID an der Kasse gibt es Präsentationsscanner, die freihändig in einer Wippe stehen und mit bewusst kurzer Reichweite arbeiten, damit nicht die Ware des nächsten Kunden mitgelesen wird. Wie das funktioniert, steht auf der Seite zum Zebra DS9908R.

Nicht geeignet als Alltagsgerät am Gürtel

Ohne Griff wiegt der C72 375 Gramm und ist damit ein normales robustes Handheld. Mit Griff sind es 673 Gramm und eine Bauform, die man nicht acht Stunden am Mann trägt. Wer ein Gerät für Auskunft, Bestellannahme und gelegentliches Nachschauen sucht, sollte den Griff für die Zählung aufsetzen und danach wieder abnehmen — genau dafür ist er abnehmbar. Wer gar kein Pistolengerät will, ist mit einem RFID-Handheld im Smartphone-Format wie dem Zebra EM45 RFID besser bedient, zahlt das aber mit deutlich weniger Reichweite.

Preise

Was der C72 kostet und was daneben anfällt

Kurze Antwort

shopid.eu führt die Ausführung mit 2D-Imager und UHF-RFID unter dem Code C72-A13-2U zu 941,60 Euro netto, Stand 31.08.2026. Die Variante ohne Barcode-Imager kostet 833,50 Euro netto, ist für die Bestandsführung aber unbrauchbar. Rechnen Sie zusätzlich mit Etiketten, Ladelösung, Ersatzakku, Garantieverlängerung, Software und Einrichtung.

AusführungArtikelcodeNettoBrutto
2D-Imager + RFID UHF, Android 13C72-A13-2U941,60 €1.139,00 €
RFID UHF ohne Barcode, Android 13C72-A13-U833,50 €1.009,00 €
2D-Imager ohne RFIDC72-A13-2665,00 €804,70 €
2D-Imager Middle Range ohne RFIDC72-A13-2MR814,10 €985,00 €
ältere Generation, EU-ETSIC72-V3/CM710rund 909 €nicht ausgewiesen

Angegeben sind Händlerpreise für Deutschland, Stand 31.08.2026, Quelle shopid.eu (Betreiber ITFutuRe s.r.o., Tschechien) sowie rfidplaza.com für die ältere Generation. Listenpreise sind Momentaufnahmen, Projektpreise liegen häufig darunter, und Verfügbarkeit, Frequenzvariante und Modulbezeichnung sind vor der Bestellung beim Händler zu prüfen. Die Bruttopreise entstammen derselben Quelle und sind keine eigene Umrechnung.

Warum die günstigere Variante ohne Imager keine Option ist

Der Blick auf die Tabelle legt eine naheliegende Sparidee nahe: 833,50 Euro statt 941,60 Euro, also 108 Euro weniger, für ein Gerät, das RFID lesen kann und nur keinen Barcode-Imager hat. Wer nur zählen will, braucht doch keinen Barcode — so das Argument.

Das Argument ist falsch, und zwar nicht ein bisschen. Der erste Arbeitsschritt jeder RFID-Einführung im Modehandel heißt Verheiraten. Ihre Ware trägt bereits einen Barcode, der in Ihrem Kassensystem einem Artikel, einer Größe und einer Farbe entspricht. Das RFID-Etikett trägt eine eindeutige Nummer, die für sich genommen nichts bedeutet. Damit aus der Nummer ein Artikel wird, müssen beide einmal miteinander verknüpft werden: Barcode scannen, RFID-Etikett lesen, Zuordnung speichern. Ohne Imager fehlt der erste Teil dieses Vorgangs.

Man kann das theoretisch mit einem zweiten Gerät lösen, etwa mit einem Handscanner am Rechner. Dann kaufen Sie ein zweites Gerät, arbeiten mit beiden Händen an zwei Geräten und haben die 108 Euro mehr als aufgebraucht. Praktisch ist die Variante ohne Imager für Betriebe gedacht, die RFID-Nummern in einem geschlossenen System vergeben und keinen vorhandenen Artikelstamm anbinden müssen. Das ist nicht der Modehandel.

Kurz gesagt: Für die Bestandsführung im Laden ist C72-A13-2U mit 2D-Imager und UHF-RFID die einzige sinnvolle Ausführung. Die 108 Euro Ersparnis bei C72-A13-U kaufen Ihnen ein Gerät, mit dem Sie Ihren Bestand nicht anlegen können. Und prüfen Sie im selben Atemzug die beiden Punkte aus dem Abschnitt Einordnung: Modul CM710-1 und Frequenzvariante 865 bis 868 MHz.

Die beiden Varianten ohne RFID

C72-A13-2 und C72-A13-2MR sind Barcode-Geräte ohne UHF-Modul, zu 665,00 und 814,10 Euro netto. Sie stehen in der Tabelle, damit die Preisarchitektur nachvollziehbar ist, und weil sie in Suchergebnissen leicht mit der RFID-Ausführung verwechselt werden. Für ein RFID-Projekt sind sie nicht brauchbar. Das Kürzel MR steht für Middle Range und bezeichnet eine Scan-Engine mit größerer Barcode-Lesedistanz, nicht etwa eine RFID-Reichweite.

Was neben dem Gerät anfällt

Der Gerätepreis ist der kleinere Teil eines Arbeitsplatzes. Diese Positionen gehören in jede ehrliche Kalkulation.

  • Etiketten. Der laufende Posten. Im deutschen Kleinmengenbezug rund 12 bis 15 Cent pro Stück. Bei 4.000 Teilen Erstausstattung sind das rund 480 bis 600 Euro, danach fallen sie nur noch für Neuware an. Details auf der Seite zu RFID-Etiketten.
  • Etikettendruck. Wer selbst auszeichnet, braucht einen RFID-Drucker, der Text, Barcode und Chip in einem Durchgang erzeugt. Das ist die zweite Hardwareposition und in vielen Angeboten die vergessene.
  • Ladelösung. Für ein einzelnes Gerät reicht die mitgelieferte Ladelösung. Wo mehrere Geräte im Einsatz sind, gehört eine Mehrfach-Ladestation dazu. Uns liegt kein öffentlicher deutscher Listenpreis für das Chainway-Ladezubehör vor; lassen Sie ihn im Angebot ausweisen, statt ihn zu unterstellen.
  • Ersatzakku. Sinnvoll bei Ganztagsinventuren und nach drei bis vier Jahren ohnehin fällig — sofern der Akku wechselbar ist. Diese Frage ist beim C72 offen, siehe Abschnitt Grenzen.
  • Garantieverlängerung. Zwölf Monate sind Standard, 36 Monate sind kaufbar. Rechnen Sie die Verlängerung in den Gerätepreis ein, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
  • Software und Einrichtung. Das Gerät liefert Nummern, keine Bestandsführung. Software, Schnittstelle zum Kassensystem und Einweisung sind eigene Positionen. Die Einweisung selbst ist kurz, wir rechnen mit rund einer halben Stunde.
Beschaffung

Bezugswege und warum Direktimport keine Option ist

Kurze Antwort

Chainway verkauft nicht an Endkunden. In Europa gibt es einen offiziellen Distributor in den Niederlanden, in Deutschland einen B2B-Distributor und mehrere offen bepreiste Onlineshops. In Österreich und der Schweiz haben wir keinen Distributor gefunden. Der Direktimport aus China ist für kleine Stückzahlen keine Option, weil Sie damit selbst zum verantwortlichen Wirtschaftsakteur werden.

Die Wege, die es gibt

  • kaufid.de und shopid.eu, beide betrieben von der ITFutuRe s.r.o. in Tschechien. Offene Preise, deutschsprachig, sichtbarer Lagerbestand, Bestellung ohne Registrierung. Das ist der einfachste Weg für ein oder zwei Geräte und die Quelle der Preise auf dieser Seite.
  • Cisper Electronics B.V. in Almere, Niederlande, offizieller Chainway-Distributor für Europa. Der richtige Ansprechpartner, wenn es um mehrere Geräte, um Projektpreise oder um verbindliche technische Zusagen geht.
  • BizTech Distribution, Deutschland, ausschließlich für registrierte B2B-Händler. Für Endkunden nicht direkt zugänglich, aber der Weg, über den ein Systemhaus vor Ort beschafft.

Was es nicht gibt: einen Herstellershop, ein durchsuchbares Händlerverzeichnis und einen Distributor in Österreich oder der Schweiz. Wer von dort bestellt, kauft im EU-Binnenmarkt bei einem der genannten Händler oder über ein lokales Systemhaus.

Warum Direktimport aus China für kleine Stückzahlen ausscheidet

Die Rechnung sieht auf den ersten Blick verlockend aus: Beim Hersteller oder auf einer Handelsplattform liegen die Preise unter den europäischen. Der Haken ist kein technischer, sondern ein rechtlicher, und er ist eindeutig.

Wer ein Funkgerät aus einem Drittland selbst einführt, wird nach Artikel 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 zum verantwortlichen Wirtschaftsakteur. Das bedeutet in der Praxis: Ihre Anschrift muss auf oder mit dem Gerät genannt sein, Sie halten die technischen Unterlagen für die Marktüberwachung vor, und Sie haften für die Funkkonformität des Geräts. Dazu kommen die Registrierung nach dem Elektrogesetz bei der Stiftung ear, die Registrierung nach dem Batteriegesetz für die Akkus, die Beteiligung nach dem Verpackungsgesetz, eine EORI-Nummer und die Einfuhrumsatzsteuer.

Das ist kein Grund zur Dramatik, sondern eine schlichte Aufwandsrechnung. Für einen Modeladen, der ein oder zwei Geräte braucht, steht dieser Aufwand in keinem Verhältnis zur Ersparnis. Kaufen Sie in der EU, dann trägt der Händler diese Pflichten. Und lassen Sie sich bei dieser Gelegenheit die EU-Konformitätserklärung mitgeben.

Zubehör

Zubehör, Ladelösungen und Software

Kurze Antwort

Das wichtigste Zubehörteil des C72 ist der abnehmbare UHF-Pistolengriff TRG-C72-PG, der die Antenne und den Abzug trägt. Dazu kommen Ladelösungen, Speichererweiterung per microSD und optionale Module wie NFC und LTE. Softwareseitig bietet Chainway ein Android-SDK und unterstützt die Geräteverwaltung über Soti MobiControl und SafeUEM.

Der Pistolengriff

Der Griff ist beim C72 kein Zubehör im üblichen Sinn, sondern der Träger der RFID-Funktion. Er ist unter der Artikelbezeichnung TRG-C72-PG geführt und erhöht das Gewicht von 375 auf 673 Gramm sowie die Bautiefe erheblich: aus 166,2 × 81,1 × 24,1 Millimetern werden 177 × 88,6 × 145,8 Millimeter. Diese Bauhöhe ist der Preis für die Antennenfläche, aus der die Reichweite entsteht. Praktisch heißt das: Der Griff bleibt für die Zählung dran und wird für den Alltagsbetrieb abgenommen.

Optionen, die bei der Bestellung entschieden werden

Mehrere Merkmale des C72 sind konfigurierbar und lassen sich später nicht nachrüsten. Sie gehören deshalb in die Bestellung, nicht in die Wunschliste.

  • Die Scan-Engine. Zur Wahl stehen 2D-Imager von Zebra (SE4710, SE4750SR, SE4750MR, SE4750DP), von Honeywell (N6603) und von Chainway selbst (CM60), dazu ein 1D-Laser von Honeywell (N4313). Für Hangtags und Kartonagen im Modehandel ist ein Standard-2D-Imager richtig; Middle-Range-Engines lohnen erst, wenn Barcodes aus mehreren Metern gelesen werden müssen.
  • Die Frequenzvariante. 865 bis 868 MHz für Europa. Das ist Hardware und keine Einstellung, siehe Abschnitt Funkzulassung.
  • NFC. 13,56 MHz, optional. Für Kundenkarten oder Mitarbeiterausweise relevant, für die reine Bestandsführung nicht.
  • LTE. Optional, mit den für Europa relevanten Bändern B3, B7, B8 und B20. Sinnvoll für Filialbetrieb ohne stabiles WLAN. 5G bietet der C72 nicht.
  • Speicher. 4 GB plus 128 GB oder 4 GB plus 64 GB, dazu ein microSD-Steckplatz. Für eine Bestandsanwendung reicht die kleinere Ausstattung.

Laden

Für einen einzelnen Laden mit einem Gerät genügt eine einfache Ladelösung, die abends im Büro oder im Lager steht. Wo mehrere Geräte im Einsatz sind, gehört eine Mehrfach-Ladestation dazu. Öffentliche deutsche Listenpreise für das Chainway-Ladezubehör liegen uns nicht vor, wir nennen deshalb keine.

Der praktische Rat dazu bleibt derselbe wie bei jedem Handheld: Die häufigste Störung am Inventurtag ist kein technischer Defekt, sondern ein Gerät, das über Nacht nicht in der Schale stand. Bei über zwölf Stunden Dauerbetrieb und drei bis vier Stunden Ladezeit ist ein vergessener Ladeabend gleichbedeutend mit einem verschobenen Inventurtermin.

Software des Herstellers

Chainway stellt ein Android-SDK bereit, über das eine Anwendung das UHF-Modul ansteuert, Sendeleistung setzt und Lesevorgänge startet. Das ist die Schnittstelle, über die jede Bestandssoftware mit dem Gerät spricht. Für die Geräteverwaltung im Feld nennt Chainway die Unterstützung von Soti MobiControl und SafeUEM; damit lassen sich Konfiguration, Anwendungen und Updates über mehrere Standorte zentral ausrollen. Für einen einzelnen Laden mit einem Gerät ist das Aufwand ohne Gegenwert, ab drei Filialen wird es interessant.

Etiketten und Drucker

Das Gerät liest, was vorher geschrieben wurde. Handelsübliche UHF-Hangtags mit Chips von Impinj oder NXP funktionieren; welche Bauform sich für Bekleidung, Schuhe und Accessoires eignet, steht in unserem Ratgeber zu RFID-Etiketten. Wie das Beschreiben im Druckvorgang funktioniert, erklärt die Seite zum RFID-Drucker. Die Grundlagen der Technik, von der Antenne bis zum Chip, finden Sie im RFID-Ratgeber und bei den RFID-Readern.

Alternativen

Wann ein anderes Gerät besser passt

Kurze Antwort

Der C72 ist die richtige Wahl für einen Laden, der ein einziges leistungsfähiges Inventurgerät braucht und mit zwölf Monaten Herstellergarantie leben kann. Wer einen belegt wechselbaren Akku und eine Update-Zusage will, nimmt den C5. Wer erst einmal ausprobieren will, ob RFID für ihn taugt, nimmt den R6. Für die Kasse gilt ohnehin ein anderes Gerät.

GerätBauformReichweite laut HerstellerSchutzartPreis netto
Chainway C72Handheld mit Pistolengriff26–30 mIP65941,60 €
Chainway C5Handheld, 6 Zoll, Griffakku30–33 mIP65991,50 €
Chainway R6Aufsatz für ein eigenes Telefon28–31 mIP54659,10 €
Zebra EM45 RFIDHandheld im Smartphone-Formatsiehe Geräteseitesiehe Geräteseite789,00 €
Zebra DS9908Rstationär am KassenplatzNahbereichsiehe Geräteseite692,44 €
Zebra RFD40Sled, braucht einen Mobilcomputersiehe Geräteseitesiehe Geräteseitesiehe Geräteseite
Zebra TC22Rintegriertes Handheldsiehe Geräteseitesiehe Geräteseitesiehe Geräteseite

Preise jeweils netto, Stand 31.08.2026, Quellen: shopid.eu (C72), kaufid.de (C5 und R6) sowie die auf den jeweiligen Geräteseiten genannten Händler für die Zebra-Modelle. Reichweiten sind Herstellerangaben und Freifeldwerte; im Laden liegen die nutzbaren Distanzen deutlich darunter. Für Zebra RFD40 und TC22R führen wir hier bewusst keine Zahlen, sondern verweisen auf die Geräteseiten.

Chainway C5: der Aufpreis, der sich rechnet

Der Chainway C5 kostet mit 991,50 Euro netto rund 50 Euro mehr als der C72 und bringt dafür drei Dinge mit, die im Alltag zählen. Erstens ein 6-Zoll-Display statt 5,2 Zoll. Zweitens einen belegt wechselbaren 7.000-mAh-Akku, dazu einen Pistolengriff mit eigenem 13.400-mAh-Akku und einen Stützakku, der einen Wechsel im laufenden Betrieb erlaubt. Drittens, und das ist der wichtigste Punkt, die Herstelleraussage, dass sich das Gerät auf Android 16 aktualisieren lässt.

Bei einem Gerät, das fünf Jahre laufen soll, ist eine Update-Zusage mehr wert als 50 Euro Preisunterschied. Wenn Sie heute zwischen beiden wählen und keinen zwingenden Grund für den C72 haben, schauen Sie sich den C5 an.

Chainway R6: der günstige Einstieg mit Kompromiss

Der Chainway R6 ist kein Handheld, sondern ein Aufsteckreader für ein vorhandenes Smartphone, gekoppelt über Bluetooth, für Android und iOS. Mit 659,10 Euro netto ist er die günstigste Lösung der Rubrik. Der Kompromiss ist real: IP54 statt IP65, widersprüchliche Angaben zur Akkulaufzeit, eine Halterung, die nur Telefone zwischen 68 und 80 Millimeter Breite aufnimmt, und ein Telefon, das mitgedacht werden muss. Sobald Sie ein Diensttelefon dazukaufen, ist der Preisvorteil gegenüber dem C72 aufgebraucht. Als Einstieg für einen Laden, der erst einmal sehen will, ob RFID für ihn taugt, ist er trotzdem die ehrlichste Empfehlung.

Die Zebra-Geräte der Rubrik

Gegen die günstigen Zebra-Modelle liegt Chainway preislich etwa gleichauf. Der Zebra EM45 RFID steht mit 789,00 Euro netto sogar darunter, ist im Smartphone-Format aber auf Nahfelderfassung ausgelegt und für eine Vollinventur die deutlich langsamere Lösung. Der Zebra DS9908R zu 692,44 Euro netto ist kein Konkurrent, sondern die Ergänzung am Kassenplatz.

Der eigentliche Preisabstand entsteht erst gegen die Vollausstattung. Der Zebra RFD40 ist ein Aufsteck-Sled und braucht zusätzlich einen Mobilcomputer, womit ein Arbeitsplatz schnell im vierstelligen Bereich landet. Der Zebra TC22R ist das integrierte Gegenmodell mit deutlich höherem Preis, dafür mit einem dichten Servicenetz und den Garantiebedingungen eines etablierten Herstellers. Wer mehrere Filialen ausstattet und Ausfallzeiten hart bewertet, hat gute Gründe, diesen Aufpreis zu zahlen. Der MEFERI ME87 ist technisch interessant, in Europa aber weder bepreist noch belastbar beschaffbar.

Die Einordnung, um die es eigentlich geht

Das Argument für Chainway ist nicht der Preis allein, sondern die Dimensionierung. Für einen Laden, der einmal im Jahr Inventur macht und sonst zweimal wöchentlich einzelne Warengruppen nachzählt, ist ein Gerät mit 1.300 Tags pro Sekunde und vier bis zehn Metern nutzbarer Reichweite mehr als ausreichend. Die zusätzliche Leistung teurerer Geräte landet in diesem Nutzungsprofil nicht auf der Straße. Was Sie beim Preis sparen, zahlen Sie an anderer Stelle: mit zwölf statt 24 oder 36 Monaten Garantie, mit einem dünneren Servicenetz und mit der Sorgfaltspflicht, die richtige Gerätegeneration zu bestellen.

Kurz gesagt: Ein Laden, ein Gerät, ein knappes Budget und jemand, der die Bestellung sorgfältig prüft: C72 in der Ausführung C72-A13-2U. Wer den wechselbaren Akku und die Update-Zusage will: C5. Wer erst einmal testen will: R6. Wer Ausfallzeiten hart bewertet und ein Servicenetz braucht: die etablierten Marken der Rubrik.

Recht und Funk

Funkzulassung: was in Europa gilt

Kurze Antwort

Der Betrieb von RFID-Lesegeräten im Band 865 bis 868 MHz ist in Deutschland durch eine Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur abgedeckt; technische Grundlage ist ETSI EN 302 208 mit bis zu 2 Watt ERP. Chainway bietet den C72 als Hardwarevariante für 865 bis 868 MHz an und erklärt im Handbuch die Konformität mit der Richtlinie 2014/53/EU. Eine ausdrückliche Nennung von EN 302 208 durch den Hersteller ließ sich nicht finden.

Der rechtliche Rahmen in Deutschland

Für RFID-Funkanlagen im Bereich 865 bis 868 MHz besteht in Deutschland eine Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur. Das bedeutet: Wer ein Gerät betreibt, das den Vorgaben entspricht, braucht keine Einzelzuteilung, keine Anmeldung und zahlt keine Gebühren. Die technische Grundlage dieser Zuteilung ist die harmonisierte Norm ETSI EN 302 208, die Funkanlagen zur Identifizierung im UHF-Bereich regelt und für das Band 865 bis 868 MHz maximal 2 Watt ERP vorsieht.

Ein häufiger Irrtum betrifft den Vergleich mit den USA. Dort gelten 4 Watt EIRP. Weil sich ERP und EIRP um 2,15 dB unterscheiden, entsprechen 2 Watt ERP rund 3,3 Watt EIRP. Der amerikanische Grenzwert liegt also nur etwa 20 Prozent über dem europäischen und nicht beim Doppelten, wie man gelegentlich liest. Diese Umrechnung ist unsere eigene.

Was Chainway selbst angibt — und was nicht

Hier müssen wir genauer werden, als es bei anderen Herstellern nötig ist. Belegt ist Folgendes:

  • Chainway führt den C72 mit der Frequenzangabe 865 bis 868 MHz als bestellbare Gerätevariante für Europa, daneben 902 bis 928 MHz und 920 bis 925 MHz für andere Regionen.
  • Im Handbuch des C72 erklärt Chainway, das Gerät entspreche der Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU. Das ist die europäische RED, unter die jedes Funkgerät fällt, das in der EU in Verkehr gebracht wird.
  • Für das Schwestermodell C66 nennt Chainway im Europa-Abschnitt des Handbuchs einen konkreten Sendeleistungswert von 23,58 dBm e.r.p.
  • CE- und RoHS-Zertifikate liegen bei einem europäischen Distributor zum Download bereit, nicht beim Hersteller selbst.

Nicht belegt ist dagegen die Nennung der Norm. Eine ausdrückliche Angabe von ETSI EN 302 208 durch Chainway ließ sich weder auf der Produktseite noch im Datenblatt noch im Handbuch finden; die Zeile Certifications ist auf den Chainway-Produktseiten leer. Wir zitieren die Norm auf dieser Seite deshalb als rechtlichen Rahmen für den Betrieb in Deutschland, nicht als Herstellerangabe zum Gerät.

Was ebenfalls kein EU-Beleg ist: die FCC-Zulassung. Der C72 ist unter der FCC-ID 2AC6AC72 registriert. Das ist eine amerikanische Zulassung und sagt über die europäische Konformität nichts aus. Wer eine FCC-ID als Qualitätsnachweis für den Betrieb in Deutschland anführt, verwechselt zwei Rechtsräume.

Kurz gesagt: Das ist kein Hinweis auf ein Problem, sondern ein Unterschied zu Herstellern, die ihre Normenliste offen ausweisen. Wer das Gerät gewerblich einsetzt oder weitergibt, sollte die EU-Konformitätserklärung beim Lieferanten anfordern und zu den Geräteunterlagen legen. Das ist ein Vorgang von fünf Minuten und die saubere Grundlage für alles Weitere.

Warum US-Geräte hier nicht betrieben werden dürfen

Die Frequenz ist beim C72 eine Hardwareeigenschaft und keine Einstellung im Menü. Ein Gerät, das für 902 bis 928 MHz gebaut ist, lässt sich nicht auf Europa umstellen. Dieses Band ist in Deutschland anders belegt, unter anderem durch Mobilfunkdienste. Ein Betrieb wäre eine unerlaubte Frequenznutzung, und zwar unabhängig davon, ob das Gerät technisch funktioniert. Es wird technisch funktionieren, das ist gerade das Problem. Verkehrsfähig ist ein solches Gerät in der EU ohnehin nicht.

Praktisch heißt das: Achten Sie auf die Regionskennung im Artikel. Bei Händlern ist die europäische Ausführung an Bezeichnungen wie C72-V4/CM710 UHF ETSI erkennbar. Lassen Sie sich in der Auftragsbestätigung schriftlich geben, dass das gelieferte Gerät für 865 bis 868 MHz konfiguriert ist. Besonders wachsam sollten Sie bei Marktplatzangeboten und Grauimporten sein, wo US-Ware regelmäßig ohne Hinweis verkauft wird.

Was CE bedeutet und was nicht

Die CE-Kennzeichnung ist eine Erklärung des Herstellers oder des verantwortlichen Wirtschaftsakteurs, dass das Gerät die einschlägigen EU-Vorschriften erfüllt, bei Funkgeräten insbesondere die Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU. Sie ist keine behördliche Prüfung und kein Gütesiegel. Für Sie als Betreiber ist sie trotzdem die entscheidende Grundlage, denn ohne sie darf das Gerät in der EU nicht in Verkehr gebracht werden. Zur CE-Kennzeichnung gehört die EU-Konformitätserklärung, und die dürfen Sie verlangen.

Dieser Abschnitt fasst den Stand vom 31.08.2026 zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei besonderen Aufstellungen, etwa fest installierten Torantennen mit hoher Sendeleistung, gelten zusätzliche Anforderungen.

FAQ

Häufige Fragen zum Chainway C72

Wie weit liest der Chainway C72 wirklich?

Chainway nennt auf der Produktseite 26 Meter mit einem Impinj-MR6-Tag, 28 Meter mit einem Impinj M750 und 30 Meter mit einem großen Anti-Metall-Tag. Das sind Freifeldwerte. Impinj selbst formuliert für dasselbe Gerät deutlich vorsichtiger und schreibt von mehr als 15 Metern im Freien. Für den Modeladen setzen wir ein Drittel bis ein Viertel des Katalogwerts an und planen mit 4 bis 10 Metern nutzbarer Distanz. Diese Umrechnung ist unsere eigene Einschätzung und keine Herstellerangabe.

Was unterscheidet die alte von der neuen Generation des C72?

Der C72 wird seit Jahren gebaut und ist in zwei Ausführungen im Handel. Die ältere trägt ein UHF-Modul mit Impinj Indy R2000, kommt auf rund 15 Meter Reichweite und 900 Tags pro Sekunde. Die aktuelle trägt das Modul CM710-1 auf Basis des Impinj E710 und schafft laut Chainway 26 bis 30 Meter und über 1.300 Tags pro Sekunde. Manche Händler zeigen alte Datenblätter zu neuen Artikelnummern. Lassen Sie sich die Modulbezeichnung CM710-1 schriftlich bestätigen.

Warum taugt die günstigere Variante ohne Barcode-Imager nicht?

Die Ausführung C72-A13-U kostet 833,50 Euro netto statt 941,60 Euro, hat aber keinen 2D-Imager. Der erste Arbeitsschritt jeder RFID-Einführung ist das Verheiraten: Sie lesen den vorhandenen Artikel-Barcode und verknüpfen ihn mit der Nummer im RFID-Etikett. Ohne Imager fehlt genau dieser Schritt. Die 108 Euro Ersparnis kaufen Ihnen ein Gerät, mit dem Sie Ihren Bestand nicht anlegen können.

Ist der Akku des Chainway C72 wechselbar?

Das ist nicht belegt. Chainway gibt für den C72 einen 8.000-mAh-Akku mit über zwölf Stunden Dauerbetrieb und drei bis vier Stunden Ladezeit an, sagt aber nicht, ob er sich tauschen lässt. Beim Schwestermodell C66 schreibt derselbe Hersteller ausdrücklich removable. Wir lesen das als Hinweis, dass es beim C72 nicht selbstverständlich ist, und empfehlen, die Frage vor dem Kauf schriftlich klären zu lassen.

Was kostet der Chainway C72 in Deutschland?

shopid.eu führt die Ausführung mit 2D-Imager und UHF-RFID unter dem Code C72-A13-2U zu 941,60 Euro netto, das sind 1.139,00 Euro brutto, Stand 31.08.2026. Die Variante ohne Barcode liegt bei 833,50 Euro netto, die Varianten ganz ohne RFID bei 665,00 und 814,10 Euro netto. Dazu kommen Etiketten, Ladelösung, Software und Einrichtung.

Ist der Chainway C72 in Europa zugelassen?

Chainway bietet das Gerät als Hardwarevariante für 865 bis 868 MHz an und erklärt im Handbuch die Konformität mit der Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU. Eine ausdrückliche Nennung der Norm ETSI EN 302 208 durch den Hersteller ließ sich nicht finden, die Zeile Certifications ist auf den Produktseiten leer. Das ist kein Hinweis auf ein Problem, aber ein Unterschied zu Herstellern, die ihre Normenliste offen ausweisen. Fordern Sie die EU-Konformitätserklärung beim Lieferanten an.

Wie lange dauert eine Inventur mit 4.000 Teilen?

Die reine Lesezeit ist bei 1.300 Tags pro Sekunde mit gut drei Sekunden bedeutungslos. Der erste Durchgang über 120 Quadratmeter dauert nach unserer Rechnung sechs bis zehn Minuten. Für den vollständigen Vorgang mit zweitem Durchgang, Lager, Kabinen und Abgleich rechnen wir mit ein bis zwei Stunden. Diese Spanne ist unsere eigene Hochrechnung und steht so in keinem Datenblatt von Chainway.

Wie lange gibt Chainway Garantie?

Zwölf Monate ab Lieferung nach der Garantiepolicy des Herstellers, eine Verlängerung auf 36 Monate ist kaufbar. Das ist im Vergleich zu den etablierten Marken der schwächste Punkt des Angebots. Wenn ein Händler mit 24 Monaten wirbt, ist das die gesetzliche Gewährleistung des Händlers, nicht die Herstellergarantie. Bei einem Gerät im täglichen Einsatz ist das zweite Jahr genau das, in dem die ersten Ausfälle kommen.

Sie wollen Ihre Ware selbst auszeichnen?

HANGCOUNT bietet RFID-Bestandsführung für Modeläden, Boutiquen und Sportfachgeschäfte: Software ab 99 Euro im Monat pro Standort, dazu einmalig 2.900 Euro für die Hardware aus RFID-Drucker und Handheld, eingerichtet geliefert und mit Einweisung. Etiketten kommen mit rund 12 Cent pro Stück nach Verbrauch dazu. Alle Preise netto.

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Quellen

Quellen und Stand der Angaben

Alle Datenblattwerte auf dieser Seite sind Herstellerangaben von Chainway. Wo wir gerechnet, geschätzt oder eingeordnet haben, steht es im Text. Wo eine Angabe fehlt, steht „nicht belegt“ statt einer Schätzung. Abrufdatum aller Onlinequellen ist der 31.08.2026.

  • Chainway, Produktseite C72 mit Spezifikationstabelle, chainway.net, abgerufen am 31.08.2026 — Quelle aller Datenblattwerte auf dieser Seite.
  • Chainway, Garantiebedingungen, chainway.net, abgerufen am 31.08.2026 — 12 Monate ab Lieferung, Verlängerung auf 36 Monate kaufbar.
  • Impinj, Partnerseite zum Chainway C72, impinj.com, abgerufen am 31.08.2026 — Angabe „more than 15 m outdoors“.
  • Preisquelle Deutschland: shopid.eu (Betreiber ITFutuRe s.r.o., Tschechien), Nettopreise der C72-Varianten, Stand 31.08.2026.
  • Preisbeobachtung ältere Generation: rfidplaza.com, Artikel C72-V3/CM710 UHF ETSI zu rund 909 € netto, Stand 31.08.2026 — als Warnhinweis, nicht als Kaufempfehlung.
  • Cisper Electronics B.V., Almere, offizieller Chainway-Distributor für Europa, cisper.com, abgerufen am 31.08.2026 — Datenblätter und Projektgeschäft.
  • BizTech Distribution, deutscher B2B-Distributor, biztech-distribution.eu, abgerufen am 31.08.2026.
  • FCC-Zulassung des C72 unter der ID 2AC6AC72, fccid.io, abgerufen am 31.08.2026 — US-Zulassung, ausdrücklich kein Beleg für Europa.
  • Verordnung (EU) 2019/1020 über Marktüberwachung und Konformität von Produkten, Artikel 4, eur-lex.europa.eu, abgerufen am 31.08.2026.
  • Bundesnetzagentur, Allgemeinzuteilung für RFID-Funkanlagen im Bereich 865–868 MHz, abgerufen am 31.08.2026.
  • ETSI EN 302 208, Funkanlagen zur Identifizierung im Band 865–868 MHz — als rechtlicher Rahmen zitiert. Eine Nennung dieser Norm durch Chainway ließ sich nicht finden.
  • Bestandsgenauigkeit ohne RFID 65–75 %, mit RFID 93–99 %, Umsatzeffekt bis +5,5 %: Beck (2018), ECR Shrinkage & On-Shelf Availability Group / GS1 UK.
  • Vergleichspreise der Zebra-Geräte in der Tabelle oben: Zebra EM45 RFID ab 789,00 € netto (Variante RoW-800 MHz, Artikel BMMC452), ico.de; ein zweiter Händler nennt 862,05 € netto. Zebra DS9908R: 824,00 € brutto bei mediaform.de, das sind 692,44 € netto — die Umrechnung ist unsere. Beide abgerufen am 01.09.2026.