StartRFID-Hardware › Bluebird RFR901

Bluebird RFR901: der Sled mit dem offensten Datenblatt

1.300 Tags pro Sekunde, nominal über zehn Meter, Impinj E710 — technisch spielt der RFR901 in der Oberklasse. Bemerkenswert ist aber etwas anderes: Er ist das einzige Gerät unserer Rubrik, dessen Datenblatt beide europäischen UHF-Bänder mit Sendeleistung nennt. Diese Seite nennt die Daten mit Quelle, erklärt den Widerspruch beim Encoder und rechnet vor, warum der Preis von 1.239,15 Euro netto nicht der Preis der Lösung ist.

Einordnung

Was der RFR901 ist — und was er nicht ist

Kurze Antwort

Ein reiner RFID-Leser mit Pistolengriff, der auf ein vorhandenes Gerät gesteckt wird: auf einen Bluebird-Mobilcomputer oder, über die Universalhalterung, auf ein normales Smartphone. Er hat kein Display und keinen eigenen Barcodescanner. Das macht ihn günstig, wenn das Wirtsgerät schon da ist — und zur zweiteiligen Lösung, wenn nicht.

Die TSC-Produktseite ist an diesem Punkt ungewöhnlich klar: Der RFR901 hat kein Display und keine Barcodefunktion, er ist ausschließlich ein RFID-Lesegerät. Das ist keine Schwäche, sondern die Bauform. Ein Sled trägt den Akku, die Antenne und das Funkmodul; alles, was mit Anzeigen, Buchen und Übertragen zu tun hat, macht das Gerät, auf dem er sitzt.

Für den Laden heißt das: Der RFR901 ist die richtige Wahl, wenn Sie schon Geräte im Haus haben, auf die er passt — die Bluebird-EF-Serie, den VX500, den HF550X — oder wenn Sie bewusst ein Diensttelefon als Anzeige nutzen wollen. Wer bei null anfängt, sollte den Gesamtpreis rechnen und ihn gegen ein integriertes Handheld wie das Zebra TC22R halten.

Hersteller

Bluebird gehört seit 2024 zu TSC

Kurze Antwort

TSC Auto ID Technology hat 96,51 Prozent der Anteile an Bluebird Inc. übernommen. Angekündigt am 31. Juli 2024, vollzogen am 24. November 2024. Bluebird bleibt laut gemeinsamer Meldung operativ eigenständig und behält den Markennamen — Sie finden die Geräte deshalb sowohl als „Bluebird“ als auch als „TSC Bluebird“.

Für die Beschaffung ist das ein praktischer Punkt und keine Randnotiz. Wer die RFID-Drucker von TSC einsetzt, kann die Lesegeräte aus derselben Unternehmensgruppe beziehen — ein Ansprechpartner, ein Vertriebsweg, ein Servicekanal. Das ist im Zweifel mehr wert als hundert Euro Preisunterschied, weil Zuständigkeitsfragen im Störungsfall Zeit kosten.

Die Meldung nennt für Bluebird ausdrücklich „independent operations“ und die Einsetzung von Jinoh Kim als CEO. Auf der europäischen TSC-Website stehen die Bluebird-Geräte unter eigenen Produktseiten; die Pressemitteilung zum jüngsten Modell wurde aus Haar bei München verschickt und bezeichnet Bluebird als „a member of the TSC Auto ID Group“.

Leistung

RFID-Leistung: Reichweite, Leserate, Chip

Kurze Antwort

1.300+ Tags pro Sekunde und nominal 10+ Meter, gelesen von einem Impinj E710. Das ist derselbe Chip wie im Chainway C72 und C5 und dieselbe Leistungsklasse wie beim Zebra RFD40. Die Reichweitenangabe ist ein Nennwert ohne genannte Messbedingung — im Laden rechnen wir mit deutlich weniger.

Der Widerspruch beim Encoder, und wie wir ihn auflösen

Das Bluebird-Datenblatt und Impinjs eigene Partnerseite nennen übereinstimmend den Impinj E710. Die Produktseite von TSC EMEA nennt dagegen „Impinj R2000 or R500“. Zwei Gründe sprechen dafür, dem Datenblatt zu folgen: Erstens steht auf der TSC-Seite zum älteren RFR900 wortgleich dasselbe, was auf einen generischen Textbaustein hindeutet. Zweitens hat Impinj die Reader-Chips R2000 und R500 offiziell abgekündigt — ein 2024 eingeführtes Gerät wird kaum darauf aufgebaut. Wir nennen den E710 und die TSC-Angabe daneben, statt eine der beiden stillschweigend wegzulassen.

Was die Reichweitenangabe wert ist

„32,8+ ft / 10+ m“ steht ohne Angabe des Tag-Typs und der Messumgebung im Datenblatt. Das ist branchenüblich und trotzdem unbefriedigend. Freifeldwerte gegen ein günstig ausgerichtetes Referenzetikett haben mit einem Kleiderständer zwischen Metallregalen wenig zu tun: Textil dämpft, Metall reflektiert, gestapelte Ware verdeckt sich. Praxisrelevant sind bei Geräten dieser Klasse eher zwei bis fünf Meter. Das ist unsere Einschätzung, keine Herstellerangabe — warum das so ist, steht auf unserer Seite zu Antennen und Reichweite.

Frequenzen

Zwei europäische Bänder im Datenblatt

Kurze Antwort

Das Datenblatt führt für Europa 865 bis 868 MHz mit 0 bis 30 dBm und zusätzlich 915 bis 921 MHz mit 0 bis 30 dBm. Die zweite Zeile ist kein Druckfehler: ETSI EN 302 208 V3.4.1 kennt neben dem klassischen unteren Band ein oberes Band 915 bis 921 MHz. Der RFR901 ist das einzige Gerät unserer Rubrik, dessen Datenblatt beide ausweist.

RegionBandSendeleistung
USA902–928 MHz0–30 dBm
Europa, unteres Band865–868 MHz0–30 dBm
Europa, oberes Band915–921 MHz0–30 dBm
Japan 1916–921 MHz0–30 dBm
Japan 2916–923 MHz0–24 dBm

Quelle: Bluebird-Datenblatt RFR901, abgerufen am 04.09.2026. Die Werte stehen dort wörtlich so. Die Sendeleistung ist in dBm angegeben, die europäische Grenze in ETSI EN 302 208 dagegen in ERP: 2 W ERP im unteren, 4 W ERP im oberen Band. Beide Größen lassen sich nicht ohne Annahmen über den Antennengewinn ineinander umrechnen, deshalb rechnen wir sie hier nicht um.

Warum das zählt: Auf den meisten Datenblättern steht entweder gar keine Frequenz oder eine Sammelangabe wie „860 bis 960 MHz, regionsabhängig“. Beides hilft beim Einkauf nicht weiter. Ein Datenblatt, das die Regionsvarianten einzeln mit Band und Leistung auflistet, macht die Prüfung der europäischen Ausführung erst möglich — und macht es zugleich schwerer, aus Versehen ein Gerät für den amerikanischen Markt zu bestellen.

Die zweite Hälfte

Das Wirtsgerät ist die zweite Hälfte der Rechnung

Kurze Antwort

Der Sled kostet 1.239,15 Euro netto. Dazu kommt das Gerät, auf dem er sitzt: ein Bluebird-Mobilcomputer der EF-Serie, ein VX500, ein HF550X — oder ein Smartphone in der Universalhalterung. Erst die Summe ist mit einem integrierten Handheld vergleichbar.

Das Datenblatt nennt als Wirtsgeräte die Bluebird-EF-Serie, den VX500 und den HF550X, dazu die künftigen Modelle S20, S50 und S70. Über die Universalhalterung nimmt der RFR901 auch gewöhnliche Smartphones auf und koppelt sich per Bluetooth 5.0 beziehungsweise 5.3.

Der Smartphone-Weg ist verlockend und hat denselben Haken wie beim Chainway R6: Das Telefon bestimmt, was die Lösung aushält. Ein Bürotelefon ohne Schutzklasse in einem Lager, in dem etwas herunterfallen kann, ist die schwächste Stelle der Kette — und wenn es privat ist, gehört die Bestandsführung plötzlich zu den Dingen, die mit dem Feierabend aus dem Haus gehen.

Für einen Preisvergleich mit dem Zebra TC22R (rund 1.295 Euro netto als integriertes Gerät) müssen Sie den Bluebird-Sled plus Wirtsgerät rechnen. Wir führen keinen Preis für die Bluebird-Mobilcomputer, weil wir keinen mit ausgewiesener Steuerbasis belegen konnten — fragen Sie ihn beim Distributor ab, bevor Sie vergleichen.

Daten

Technische Daten

Kennwerte auf einen Blick
Bauform
Sled mit Pistolengriff, kein Display, kein eigener Barcodescanner
UHF-Modul
Impinj E710 (Datenblatt und Impinj-Partnerseite)
Lesereichweite
10+ m nominal (32,8+ ft), Messbedingung nicht angegeben
Leserate
1.300+ Tags pro Sekunde
Luftschnittstelle
EPC Class 1 Gen 2 und EPC Gen2 V2
EU-Frequenzen
865–868 MHz und 915–921 MHz, je 0–30 dBm
Akku
3,63 V / 4.900 mAh wechselbar, hot-swap; optional 7.000 mAh; Qi-Laden 15 W optional
Gewicht und Schutz
353 g · IP54 · 1,5 m Sturz auf Beton
Temperatur
−20 bis 60 °C
Preis
1.239,15 € netto (jarltech.com, Stand 04.09.2026) – ohne Wirtsgerät
MerkmalWert
Leserate1.300+ Tags pro Sekunde
Lesereichweite32,8+ ft / 10+ m nominal, Messbedingung nicht angegeben
EncoderImpinj E710 (Datenblatt); TSC-Produktseite nennt abweichend „Impinj R2000 or R500“
LuftschnittstelleEPC Class 1 Gen 2, EPC Gen2 V2
FrequenzenUS 902–928, EU 865–868 und 915–921, JP 916–921 und 916–923 MHz
Sendeleistung0–30 dBm (0–24 dBm im zweiten japanischen Band)
Akku3,63 V / 4.900 mAh wechselbar, hot-swap; optional 7.000 mAh
Ladenoptional kabellos mit 15 W (Qi)
Maße133,6 × 85,4 × 144,5 mm
Gewicht353 g
SchutzartIP54
Sturzmehrfach aus 1,5 m auf Beton; 1000 Stürze aus 0,5 m im Tumbler
Betriebstemperatur−20 bis 60 °C
Display, Barcodekeines — reines RFID-Gerät
WirtsgeräteBluebird EF-Serie, VX500, HF550X, künftig S20/S50/S70; Smartphones über Universalhalterung
KopplungBluetooth 5.0 bzw. 5.3

Quellen: Bluebird-Datenblatt RFR901 und Produktseite von TSC EMEA, beide abgerufen am 04.09.2026. Wo sich beide widersprechen, steht der Widerspruch in der Tabelle.

Preis

Preis und Folgekosten

Kurze Antwort

1.239,15 Euro netto beim Distributor Jarltech, ausdrücklich ohne Mehrwertsteuer. Das ist der Sled allein. Dazu kommen Wirtsgerät, Ladelösung, gegebenenfalls ein Zweitakku und in jedem Fall die Etiketten — der größte laufende Posten.

PositionPreisQuelle und Stand
Bluebird RFR901, Sled1.239,15 € netto jarltech.com, Seitenhinweis „Prices are in EUR, exclusive of VAT“, 04.09.2026
Bluebird RFR900, das kleinere Modell1.181,01–1.239,15 € netto jarltech.com, 04.09.2026 – siehe RFR900
Wirtsgerätnicht belegt kein europäischer Preis mit ausgewiesener Steuerbasis gefunden

Händlerpreise sind Momentaufnahmen, Projektpreise liegen häufig darunter. HANGCOUNT verkauft dieses Gerät nicht zu den genannten Händlerpreisen — wir ordnen es ein.

Was neben dem Sled anfällt

  • Wirtsgerät. Ohne Anzeige und Software zählt der Sled nichts. Entweder ein Bluebird-Mobilcomputer oder ein Smartphone in der Universalhalterung.
  • Etiketten. Der größte laufende Posten. Passive UHF-Etiketten kosten im Modehandel in Kleinmengen rund 12 bis 15 Cent pro Stück; bei 4.000 Teilen Altbestand sind das 480 bis 600 Euro einmalig, dazu die Neuware.
  • Ladelösung und Zweitakku. Beim Sled doppelt, weil Sled und Wirtsgerät je einen eigenen Akku haben. Der 4.900-mAh-Akku ist hot-swap-fähig, ein Wechselakku ist damit eine sinnvolle Position.
  • Software. Ohne Bestandsführung ist ein RFID-Leser ein Gerät, das Nummern anzeigt. Die Zuordnung Nummer zu Artikel und die Übergabe an die Kasse macht die Software.
Grenzen

Wofür dieses Gerät nicht taugt

Spricht dafür
  • 1.300+ Tags pro Sekunde und 10+ m nominal — Oberklasse, belegt durch das Datenblatt
  • Impinj E710, derselbe Chip wie in deutlich teureren Geräten
  • Beide europäischen Bänder mit Sendeleistung im Datenblatt — konkurrenzlos offen dokumentiert
  • 4.900 mAh, hot-swap; optional 7.000 mAh und kabelloses Laden
  • IP54, 1,5 m Sturz auf Beton, −20 bis 60 °C
  • Nimmt auch normale Smartphones über die Universalhalterung auf
  • Vertrieb über europäische Distributoren, Hersteller in der TSC-Gruppe
Spricht dagegen
  • Kein Display, kein Barcodescanner — ohne Wirtsgerät nicht einsatzfähig
  • Der Preis von 1.239,15 € ist nicht der Preis der Lösung
  • 353 g nur für den Sled; mit Wirtsgerät wird die Kombination schwer
  • Encoder-Angabe auf der TSC-Produktseite widerspricht dem Datenblatt
  • Reichweitenangabe ohne genannte Messbedingung
  • Am Kassenplatz unbrauchbar — dafür ist der Pistolengriff die falsche Bauform

Der schwerwiegendste Punkt ist keiner der technischen, sondern die Zweiteiligkeit. Ein Sled ist genau dann die richtige Entscheidung, wenn das Wirtsgerät bereits da ist oder ohnehin gebraucht wird. Wer für die Inventur ein Gerät kauft und dazu ein zweites, um das erste benutzen zu können, hat am Ende zwei Akkus, zwei Ladeschalen und zwei Geräte in der Verwaltung — für einen einzelnen Laden ist das mehr Aufwand, als die Ersparnis wert ist.

Alternativen

Alternativen im Vergleich

GerätBauformReichweiteTags/sPreis netto
Bluebird RFR901Sled, braucht Wirtsgerät 10+ m nominal1.300+1.239,15 €
Bluebird RFR900Sled, braucht Wirtsgerät 6+ m nominal900+ab 1.181,01 €
Zebra RFD40Sled, braucht Host 6+ m1.300+ab 839 €
Zebra TC22Rintegriertes Handheld 12,2 m nominal1.3001.295 €
Chainway C72integriertes Handheld 26–30 m nominal1.300+942 €

Die nominalen Reichweiten sind Herstellerangaben unter jeweils eigenen Messbedingungen und untereinander nicht direkt vergleichbar. Bei den Chainway-Werten schreibt der Hersteller die Messbedingung selbst dazu: Freifeld mit großen Anti-Metall-Etiketten. Preise netto mit Quelle, Stand 04.09.2026 beziehungsweise 31.08.2026 für Chainway.

RFR901 gegen RFD40. Beide sind Sleds, beide lesen 1.300+ Tags pro Sekunde. Der Zebra-Sled ist deutlich günstiger, verlangt aber ein Zebra-Handheld als Host und den passenden eConnex-Adapter. Der Bluebird nimmt über die Universalhalterung auch ein Smartphone. Wer schon Zebra im Haus hat, nimmt Zebra; wer bei null anfängt und ein Telefon nutzen will, hat beim RFR901 den flexibleren Weg.

RFR901 gegen ein integriertes Handheld. Für einen einzelnen Laden ohne Vorgeräte ist das Integrat die einfachere Antwort: ein Gerät, ein Akku, eine Ladeschale. Der Sled lohnt sich, wenn Sie das Wirtsgerät ohnehin brauchen — etwa weil im Wareneingang mit demselben Mobilcomputer gebucht wird.

Funkzulassung

Funkzulassung in Europa

Kurze Antwort

In Europa arbeitet UHF-RFID nach ETSI EN 302 208 im Band 865 bis 868 MHz mit bis zu 2 W ERP, dazu im oberen Band 915 bis 921 MHz mit bis zu 4 W ERP. Der RFR901 nennt beide Bänder im Datenblatt. US-Geräte auf 902 bis 928 MHz dürfen in Deutschland nicht betrieben werden — die Regionsvariante steht im Artikelnummernsuffix.

Für den Betrieb im zugeteilten Band brauchen Sie keine Genehmigung der Bundesnetzagentur: Es gilt eine Allgemeinzuteilung. Voraussetzung ist, dass das Gerät der Norm entspricht, eine CE-Kennzeichnung trägt und eine EU-Konformitätserklärung des Herstellers vorliegt. Lassen Sie sich beides vor dem Kauf geben und legen Sie es zu den Geräteunterlagen.

Beim Eigenimport aus einem Drittland werden Sie nach Artikel 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 selbst zum verantwortlichen Wirtschaftsakteur und tragen dazu die Registrierungspflichten nach ElektroG, BattG und VerpackG. Für das Vereinigte Königreich gilt seit dem Austritt ein eigener Rahmen mit Ofcom IR 2030 und UKCA-Kennzeichnung.

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils geltende Fassung von ETSI EN 302 208 und die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur.

Fragen

Häufige Fragen zum Bluebird RFR901

Gehört Bluebird zu TSC?

Ja, seit November 2024. TSC Auto ID Technology hat 96,51 Prozent der Anteile an der südkoreanischen Bluebird Inc. übernommen; die Ankündigung datiert vom 31. Juli 2024, der Vollzug auf den 24. November 2024. Bluebird bleibt laut der gemeinsamen Meldung operativ eigenständig und behält seinen Markennamen. In der Praxis sehen Sie beides: TSC führt die Bluebird-Geräte auf der eigenen europäischen Website, und ein britischer Fachhändler schreibt „TSC Bluebird“ auf die Produktseite. Wer TSC-Drucker kauft, kann die Lesegeräte also aus demselben Haus beziehen.

Was kostet der Bluebird RFR901?

Der Distributor Jarltech nennt 1.239,15 Euro netto; die Seite weist ausdrücklich aus, dass die Preise in Euro und ohne Mehrwertsteuer gelten. Wichtig: Das ist der Preis für den Sled allein. Der RFR901 hat kein Display und keinen eigenen Barcodescanner — er braucht ein Wirtsgerät, entweder einen Bluebird-Mobilcomputer oder ein Smartphone in der Universalhalterung. Rechnen Sie das dazu, bevor Sie mit einem integrierten Handheld vergleichen.

Welche Frequenzen nennt das Datenblatt für Europa?

Zwei, und das ist ungewöhnlich offen. Das Bluebird-Datenblatt führt für Europa 865 bis 868 Megahertz mit 0 bis 30 dBm und zusätzlich 915 bis 921 Megahertz mit 0 bis 30 dBm. Die zweite Zeile ist kein Druckfehler: ETSI EN 302 208 in der Fassung V3.4.1 kennt neben dem klassischen Band 865 bis 868 Megahertz das obere Band 915 bis 921 Megahertz. Von allen Geräten in unserer Rubrik ist der RFR901 das einzige, dessen Datenblatt beide europäischen Teilbänder mit Sendeleistung ausweist.

Welcher Chip steckt im RFR901?

Ein Impinj E710. Das steht im Bluebird-Datenblatt und auf Impinjs eigener Partnerseite. Die Produktseite von TSC EMEA nennt abweichend „Impinj R2000 or R500“ — dieselbe Formulierung steht dort auch beim älteren RFR900, und beide Bausteine sind laut Impinj offiziell abgekündigt. Wir halten den TSC-Text für einen veralteten Baustein und folgen dem Datenblatt. Der E710 ist derselbe Chip wie im Chainway C72 und C5.

Reicht der RFR901 für eine Inventur im Modeladen?

Von der Leistung her mit Abstand, ja. 1.300 Tags pro Sekunde und nominal über zehn Meter liegen auf dem Niveau der Oberklasse. Die Frage ist nicht die Leistung, sondern die Bauform: Ein Sled bedeutet zwei Geräte, zwei Akkus und zwei Ladeschalen. Wer noch gar nichts hat, fährt mit einem integrierten Handheld einfacher. Wer bereits Bluebird-Mobilcomputer im Haus hat oder ein Diensttelefon nutzen will, für den ist der Sled der günstigere Weg.

Was ist der Unterschied zwischen RFR900 und RFR901?

Der RFR901 ist das stärkere Gerät: 1.300+ statt 900+ Tags pro Sekunde, nominal 10+ statt 6+ Meter, 4.900 statt 3.400 Milliamperestunden Akku, optional kabelloses Laden und eine Universalhalterung, die auch normale Smartphones aufnimmt. Er ist dafür schwerer, 353 gegen 333 Gramm, und teurer. TSC führt beide parallel; eine Abkündigung des RFR900 haben wir nicht gefunden. Details stehen auf unserer Seite zum RFR900.

Kann ich den RFR901 auf mein eigenes Smartphone stecken?

Ja. Das Datenblatt nennt neben den Bluebird-Geräten der EF-Serie, dem VX500 und dem HF550X ausdrücklich Consumer-Smartphones über die Universalhalterung, gekoppelt per Bluetooth 5.0 beziehungsweise 5.3. Das ist derselbe Ansatz wie beim Chainway R6, nur eine Klasse darüber. Bedenken Sie dabei: Das Telefon ist dann der schwache Punkt der Lösung — Sturzfestigkeit und Akkulaufzeit richten sich nach ihm, nicht nach dem Sled.

Ist der RFR901 in Deutschland zulassungsfähig?

Die Voraussetzungen sind dokumentiert: Das Datenblatt nennt die europäischen Bänder mit Sendeleistung, und der Vertrieb läuft über europäische Distributoren. Damit ist die Ausgangslage besser als bei manchem Direktimport. Lassen Sie sich trotzdem die europäische Ausführung schriftlich bestätigen und die EU-Konformitätserklärung geben — die Regionsvariante steht bei diesem Hersteller im Artikelnummernsuffix, und ein Gerät für 902 bis 928 Megahertz dürfen Sie in Deutschland nicht betreiben.

Hardware, Software und Etiketten aus einer Hand.

HANGCOUNT liefert RFID-Bestandsführung für Modeläden, Boutiquen und Sportfachgeschäfte: Software 99 Euro im Monat pro Standort, dazu einmalig 2.900 Euro für RFID-Drucker und Handheld — eingerichtet geliefert, Einweisung inklusive. Etiketten kommen mit rund 12 Cent pro Stück nach Verbrauch dazu. Alle Preise netto.

Quellen

Woher die Zahlen stammen

  • Bluebird, Datenblatt RFR901 (PDF) – Leserate 1.300+ Tags/s, nominale Lesereichweite 32,8+ ft / 10+ m, Impinj E710, EPC Class 1 Gen 2 und EPC Gen2 V2, Frequenzen US 902–928, EU 865–868 und 915–921, Japan 916–921 und 916–923 MHz mit 0–30 bzw. 0–24 dBm, Akku 3,63 V / 4.900 mAh, optional 7.000 mAh und Qi-Laden 15 W. Abgerufen am 04.09.2026.
  • TSC Auto ID, Produktseite Bluebird RFR901 – Maße 133,6 × 85,4 × 144,5 mm, 353 g, IP54, Sturz 1,5 m auf Beton, 1000 Stürze aus 0,5 m im Tumbler, kein Display und kein Barcodescanner. Dieselbe Seite nennt beim Encoder „Impinj R2000 or R500“ und widerspricht damit dem Datenblatt. Abgerufen am 04.09.2026.
  • Impinj, Partnerseite zum Bluebird RFR901 – bestätigt den Impinj E710 und 30 dBm maximale Sendeleistung. Impinj führt die Reader-Chips R2000 und R500 in einer eigenen Mitteilung als abgekündigt. Abgerufen am 04.09.2026.
  • TSC Auto ID, Meldung „TSC Auto ID Acquires Bluebird Inc.“ vom 25.11.2024 sowie Kapitalmarktmeldungen zur Transaktion: Erwerb von 96,51 % der Anteile, angekündigt am 31.07.2024, vollzogen am 24.11.2024, Kaufpreis KRW 120 Mrd.; Bluebird bleibt operativ eigenständig, Jinoh Kim als CEO. Abgerufen am 04.09.2026.
  • Preisquelle: jarltech.com – 1.239,15 € als empfohlener Verkaufspreis, mit dem Seitenhinweis „Prices are in EUR, exclusive of VAT and subject to change“, also netto. Abgerufen am 04.09.2026.
  • Nicht belegt und deshalb auf dieser Seite nicht behauptet: ein europäischer Preis für die Bluebird-Wirtsgeräte mit ausgewiesener Steuerbasis, und die Messbedingung hinter der nominalen Lesereichweite.
  • ETSI EN 302 208 V3.4.1 (2023-12) – 865 bis 868 MHz mit bis zu 2 W ERP, zusätzlich 915 bis 921 MHz mit bis zu 4 W ERP; CEPT ERC/REC 70-03; Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur; Verordnung (EU) 2019/1020, Artikel 4.